Kassandrenrufe

"connecting the dots" – für mündige Bürger

Kassandra

Die Kassandra entstammt dem altgriechischen „Troja“-Mythos und dessen Geschichtenzirkel. Ihr Name wird mit düsteren Prophezeiungen und unglücklicher Liebe assoziiert. Zumindest bei Europäern, die noch einen Rest klassischer Bildung genossen haben.

220px-Aias_Kassandra_Louvre_G458Das älteste Epos der europäischen Literaturgeschichte (wenn ich richtig informiert bin, Literaturwissenschaftler, bitte rettet mich ! 🙂 ) und damit die Basis der antiken Erzählkunst ist Homers Versepos die „Ilias“. Wir alle wissen, worum es geht. Paris, Helena, Kidnapping, wütende Griechen, Belagerung, ein hölzernes Pferd (ach, ja, das kommt wohl erst in der „Odysee“, egal) und eine komplette Niederlage. Angesichts des Zustandes, in dem sich mein Land befindet, ist es wohl kein Wunder, wenn ich mich bis heute mehr mit den Trojanern identifiziere. Selbst, wenn ihre Solidarität mit dem Kidnapper Paris hinterfragbar ist, aber die „schöne Helena“ ist ja wohl auch freiwillig fremdgegangen… In jedem Falle kennen wir nicht mehr ganz so Jungen ja noch den Film „Troja“ mit Eric Bana und Brad Pitt. Da steckt in schönster Sandalenfilm-Tradition alles drin, was Homer zum Thema auf der Pfanne hatte.

Ohne jetzt weiter in die Thematik einsteigen zu wollen, aber Kassandra wird als Tochter des trojanischen Königs Priamos schon von Homer erwähnt. Später wird ihre Funktion im Drama des Untergangs durch Tragödiendichter wie Euripides erweitert und spezifiziert. Die Geschichte der Kassandra in Kürze:

Als Königstochter ohne Aussicht auf einen Titel und ohne größere Lust auf politische Heirat wurde sie Priesterin des Gottes Apoll. Auch ein auskömmlicher Job in der damaligen Zeit. Da sie angeblich sehr schön war und griechische Götter auf so etwas achten, gab ihr Apoll die Gabe der Weissagung. Allerdings waren diese griechischen Gottheiten auch dauernotgeile Lustmolche und gaben nie etwas umsonst. Da Kassandra aber auch keine Lust auf Sex mit Apoll hatte (weshalb sie übrigens in Lesbenkreisen heute noch als verehrenswert gilt, als hätten die nicht ihre Sappho) wurde der „strahlende“ Gott sauer und verfluchte seine Gabe an sie wieder. Er sorgte dafür, dass sie zwar immer die Wahrheit prophezeite, aber niemand ihr glaubte. Die Legende, nach der sie immer nur negative Dinge voraussagte, ist wohl jedoch der Tatsache geschuldet, dass ihre literarische Figur in Tragödien, aber nie in Komödien auftauchte. Inhaltlich nachvollziehbar ist es nicht.

Wer z. Bsp. vor 1989 auf eine deutsche Einigung hoffte und für sie argumentierte, da eine Teilung „unnatürlich“ sei, dem wurden die übelsten Vorwürfe gemacht. Wer ein Ende der Mauer gar prophezeite, der wäre wohl auch als Kassandra bezeichnet worden. Zumindest nachträglich.
Auch heute gibt es diverse Kassandren. Sie prophezeien uns die verschiedensten Dinge. Vor allem diejenigen, die öffentlich „abgestraft“, an den Pranger gestellt, ihrer Reputation, ihrer Arbeitsplätze, sozialen Kontakte und Vorzeigbarkeit beraubt werden, sollte man sich näher ansehen. Denn, vergessen wir es nicht, es ist ein Kriterium der echten Kassandra, dass sie kein Gehör findet, aber Recht hat. Warum kommen mir da die Namen Udo Ulfkotte oder Thilo Sarrazin in den Sinn ? Ulfkotte beispielsweise veröffentlichte bereits 2003 ein Buch, dessen Titel lautete „der Krieg in unseren Städten“. Vor dem Hintergrund der Attacken von Nidal Hassan in Fort Hood, USA und der Zarnajew-Brüder in Boston, Mohammed Merahs in Toulouse, Arid Ukas in Frankfurt, Michael Adebolajos in London-Woolwich etc. kann man mittlerweile davon sprechen, dass dieser „Krieg“ zehn Jahre später in unseren Städten „im Westen“ bereits in vollem Gange ist. („Connect the dots !“) Nur die von „Apoll“ verblendete Mehrheit der Bürger will es nicht sehen. Wir wissen ja, wie es Troja daraufhin erging…

Immerhin haben die Trojaner gekämpft. Das ist mehr, als wir über unser Land heute sagen können. Wird uns der kampflose Untergang der Nation und die willfährige Dreingabe der eigenständigen Kultur das Überleben sichern ?

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