Kassandrenrufe

"connecting the dots" – für mündige Bürger

Goodbye Joanie Laurer – wie man einen netten Menschen ruiniert – RIP

Vielleicht wussten Sie es schon, liebe Leserinnen und Leser, ich bin bis zum heutigen Tage ein „Wrestling-Nut“. Ja, ich halte mich gerne über das Geschehen der wichtigsten Ligen auf dem Laufenden. Begriffe und Kürzel wie NXT, WWE, TNA, NJPW, „lucha underground“ oder „Ring of Honor“ sagen mir etwas. Ich schätze die durchchoreographierten Prügeleien der dortigen Athleten ebenso ein wie gute TV-Shows: als (hoffentlich gut gemachte!!) Unterhaltung, die uns Zuschauern Geschichten erzählt. Im besten Falle spannendes, abwechslungsreiches und mit „wow-i-didn´t-see-that-coming“-Momenten versehenes, episodisches „must-see-tv“.

CHYNA3Nun erfahre ich, dass eine Mitspielerin dieser Shows, die ehemalige, athletische Darstellerin des Charakters „Chyna“ aus der Liga des Klassenprimus „World Wrestling Entertainment“ gerade in Kalifornien verstorben ist. Joanie Laurer wurde nur 45 Jahre alt, sie stammt also (fast) aus meiner Generation. Das könnte mich vielleicht dennoch kalt lassen. Der Mensch ist halt sterblich und nur der Schöpfer weiß, wann er seine Geschöpfe wieder zu sich heim ruft. Als Christin bin ich mir dessen immer bewusst.

Es lässt mich aber nicht kalt und ich frage mich, warum das so ist. Und da fällt mir wieder das Interview ein, das ich mit Joanie Laurer vor ein paar Wochen erst zum wiederholten Male gesehen habe. Im Gespräch mit dem ehemaligen Produzenten und Autor von Pro-Wrestling-Shows Vince Russo offenbarte sie im Februar 2015 noch einmal, wie ihr Engagement bei WWE endete, wie sie persönlich und beruflich von der McMahon-Familie, welche die Mehrheitseigentümer der WWE waren (und die gerüchteweise auch heute, in Zeiten nach dem Börsengang, noch eine Sperrminorität besitzen) ruiniert wurde. Wenn man sich die Story von Joanie Laurer anhört und ihr glauben möchte (was ich tue), dann tun sich hier geradezu Shakespeare´sche Abgründe auf, die den Beobachter beinahe sprachlos zurücklassen. Das reale Leben hatte hier die Show, die sich „vor dem Vorhang“ abspielt, an Farben und Ereignissen überholt. Aber der „gemeine Fan“, der einfache Zuschauer bekam nur wenig davon mit. WWE sorgte schon dafür.

Habe ich jetzt auch diejenigen von Ihnen, die mit „Wrestling“ als solchem nicht so viel anfangen können, ein bischen neugierig darauf gemacht, warum das überraschende Ableben von Joanie Laurer mich traurig und ein bischen ratlos zurücklässt ? Nun, Sie müssen ja nicht weiterlesen, falls nicht. Falls doch, dann erzähle ich Ihnen, in der Hoffnung Sie seien keine hardcore-wrestling-fans, die das alles ohnehin schon wissen, ein wenig davon, wer „Chyna“ war. Und in welcher Zeit sie ihre Auftritte für die WWE hatte. Dafür muss ich ein wenig weiter ausholen. Ein wenig Kontext schaffen, sorry, auch wenn dieser Beitrag dadurch etwas länger wird, als üblich. Bitte halten Sie durch !

Professionelles Wrestling (kurz: pro-wrestling) ist ein Geschäft. Ein hartes Geschäft. Die Aktiven schinden zur Unterhaltung eines modernen „panem et circensis“ – Publikums ihre Körper, springen über die Ringseile, fallen auf den Rücken, überdehnen ihre Gelenke, bluten, schwitzen, quälen sich, damit eine gute Sendung, eine gute „Show“ dabei herauskommt. Kämpfen, damit das TV-Publikum und das Publikum in der Halle selbst unterhalten wird. Das alles ist kein „Fake“, die meisten Verletzungen, von denen wir hören, sind echt, die Prellungen, Blutergüsse, Zerrungen, Gehirnerschütterungen der Aktiven. Was NICHT echt ist, ist der Ausgang der Matches. Jeder Fan, der länger als zwei Wochen dabei ist, weiß das. Es stört aber nicht weiter, denn bis auf das „finish“ ist alles andere zwar choreographiert, aber dennoch (im besten Falle) spektakulär. Soweit, so bekannt.

Der „Klassenprimus“ unter den Wrestling-Ligen ist seit den 80ern die World-Wrestling-Federation, die sich aufgrund eines verlorenen Rechtsstreites mit dem „World Wildlife Fund“ seit einigen Jahren „World Wrestling Entertainment“ nennen muss, kurz WWE. Der Einfachheit halber nennen wir sie in diesem Artikel aber mal durchgehend WWE. Dieser Primus nun befand sich ab Beginn der 90er in einem knallharten Konkurrenzkampf mit einer „neuen“ (die Fachleute wissen, warum ich die Anführungszeichen hier setze) Liga namens „World Championship Wrestling“, kurz WCW. Es geht um Einschaltquoten, es geht um Werbezeiten, es geht um Geld, viel Geld. Der damalige Medienmogul Ted Turner steckte viel davon in die WCW, nach eigener Aussage auch, um der WWE das Licht abzuknipsen. Das war mehr als „Coca-Cola gegen Pepsi“, wo immer klar ist, dass beide überleben werden, auch wenn der andere Marktanteile gewinnt. Nein, bei WWE vs. WCW ging es um „do or die“, um das Privatvermögen von Ted Turner und den McMahons, den Besitzern der WWE.

Na, spüren Sie schon etwas von „star wars“ oder „Wall Street“ ? Manchmal überholt die Realität eben die Fiktion. Ab Mitte der 90er Jahre etwa liefern sich beide Ligen einen knallharten Quotenkampf. Vor allem am Montagabend, wo beide Flaggschiff-Shows laufen. „Monday Night Raw“ bei WWE und „Monday Nitro“ bei WCW. Nicht umsonst klingen beide Namen sehr ähnlich. Dabei kommt es zu skurrilen Szenen. Die Frauen-Meisterin der WWE, „Madusa“ bekommt 1995 z. Bsp. (natürlich hinter den Kulissen) ein Angebot der WCW, verteidigt ihren Titel bei WWE ein letztes Mal und tritt in der nächsten Woche mitsamt ihres Meistergürtels schon bei WCW an, wo sie diesen Gürtel der anderen Liga genüßlich in eine Mülltonne fallen lässt. Ein Affront sondergleichen, der die McMahon – Familie tief getroffen hat, wie man hört. Öffentlicher Gesichtsverlust im Angesicht eines Konkurrenzkampfes, der von der McMahon – Familie (Vincent Kennedy McMahon, seine Frau Linda, sein Sohn Shane und seine Tochter Stephanie) tatsächlich unter Einsatz ihres gesamten Privatvermögens geführt wird. Anders gesagt: verliert WWE Sponsoren, Quoten und Werbe-Einnahmen, droht die Privatinsolvenz, das Aus.

Zumal es erst kurz zuvor eine Klage gegen die WWE gegeben hatte, in der es um Doping und den Missbrauch von Aufputschmitteln ging und in dem bekannte Wrestler wie „Hulk Hogan“ / Terry Bollea GEGEN die WWE ausgesagt hatten. Kurz: die Lage war angespannt. Über Jahre hinweg. Bei den McMahons lagen oftmals die Nerven blank. Und dann, inmitten der sog. „Monday Night Wars“, erscheint auf der Bühne der WWE ein weiblicher Wrestler, der es nicht nur mit den anderen Damen, sondern sogar mit den Männern aufnehmen konnte. Bis heute übrigens in der WWE ein einzigartiger Vorgang (bei lucha underground nicht, aber das ist eine ganz andere Story). Aber dennoch dominieren ab etwa 1997 einige „Power-Frauen“ die Damenabteilung der WWE. Jaqueline, Beth Phoenix und eben … „Chyna“ – Joanie Laurer.

CHYNA2Joanie Laurer hatte eine beeindruckende Physis. Verschiedene „Fitness“-Shows und Wettbewerbe verließ sie vor allem deshalb als Letzte, weil sie mehr wie eine Bodybuilderin aussah. Das konnte der WWE nicht entgehen, die sie ab 1997 unter Vertrag hatte. Sofort kam die Idee auf, sie auch gegen Männer antreten zu lassen, wobei sie auch Siege einfahren durfte. So war sie etwa zweimal Intercontinental-Champ. Etwas, das seitdem nie mehr eine „Amazone“ erreicht hat bei WWE. Nicht umsonst nannte man „Chyna“ auch „das 9. Weltwunder“. In gewisser Weise hat „Chyna“ also Geschlechter-Barrieren durchbrochen und den weiblichen Wrestlern Bahnen gebrochen, von denen Charaktere wie „Becky Lynch“ oder „Sasha Banks“ heute noch profitieren. Sie war ebenso ein Publikumsliebling, selbst, wenn sie als „Bösewicht“ zum Ring kam. Joanie Laurer war auf dem Zenith ihrer Karriere.

Was ihr letztlich den Hals brechen sollte, war ihre Beziehung zum Kollegen Paul Levesque (dem Zuschauer bis heute als „Triple H“ bekannt). Denn diese war nicht gespielt, sondern echt. Nach dem, was man hört, sollen sich beide lange Zeit gut verstanden haben, füreinander eingestanden sein und sich tatsächlich hinter den Kulissen liebevoll umeinander gekümmert haben. Im knallharten Wrestling-Business ist das sehr selten, aber der sog. „locker-room“ (Umkleidekabine) als Partnerbörse ist nicht ganz unbeliebt. Man denke an das Ehepaar „Daniel Bryan“ und „Brie Bella“ oder „Maryse“ und „the Miz“. Zwischen denen ist auch nichts gespielt, sondern „real life“. Manchmal lernt man halt den richtigen Partner bei der Arbeit kennen. Soweit, so normal. Aber, die Geschichte der Joanie Laurer wäre nicht die, die sie ist, wenn es alles „Friede-Freude-Eierkuchen“ geblieben wäre.

Denn dadurch, dass Levesque immer mehr auch in die Geschichten „hinter den Kulissen“, in die Bemühungen der McMahons eingebunden wurde, die „monday night wars“ mit der WCW zu gewinnen, geriet er in Kontakt mit der Tochter des Bosses, mit Stephanie McMahon, die sich im Laufe der Zeit in Levesque verliebte. Auch das eigentlich noch nichts Spektakuläres. Es kommt vor, die Frage ist immer nur, wie man mit solchen Dingen umgeht. In solchen Situationen muss man wissen, was man will, wie man miteinander möglichst respektvoll umgeht und wie man dabei den Anstand und gegenseitigen Respekt bewahrt. Und hier versagten Paul Levesque, Stephanie McMahon und auch ihr Vater Vince vollkommen. Denn: was man der so muskulösen und dominant auftretenden „Chyna“ nicht ansieht ist, dass die hinter dieser Maske steckende Joanie Laurer eigentlich ein sanfter, empfindsamer, freundlicher und gutmütiger Charakter ist. Wo „Chyna“ im Ring „auf die Kacke haut“, ist Joanie wiederum ein sanftmütiges „Seelchen“, sobald sie wieder im locker-room ankommt. Wie so oft im Leben: hinter der Maske steckt das Gegenteil.

Und so wird Laurer über ein Jahr lang in die Irre geführt. Paul Levesque ist längst mehr oder minder offen mit Stephanie McMahon liiert, ohne sich jemals offiziell von Laurer getrennt zu haben und ihr dies auch MITZUTEILEN ! In dem oben erwähnten Interview (das ich ganz am Ende dieses Beitrages noch einmal verlinken werde, damit Sie sich selbst ein Bild machen können) mit Vince Russo behauptet Laurer glaubhaft, dass sie viel zu spät erkannt hätte, dass alle ihre Kollegen und Bosse längst Bescheid gewusst hätten, ohne ihr ein Sterbenswörtchen zu sagen. Ein zweifelhaftes Verhalten. Levesque fing schließlich damit an, Laurer immer mehr zu vernachlässigen, jedoch OHNE EINEN RICHTIGEN SCHLUSS-STRICH zu ziehen. Auch dies wieder menschlich äußerst fragwürdig, wenn auch weit verbreitet. Speziell, wenn man die „Schuld“ für eine Trennung dem jeweils anderen Partner in die Schuhe schieben will. Das läuft dann so unter dem Motto: „Ich behandle dich so lange mies, bis du dich von mir trennst. Dann wasche ich meine Hände in Unschuld, denn es war ja DEINE Entscheidung.“

Erst als Laurer dann selbst auf Indizien stößt, dass da etwas zwischen Stephanie McMahon und Paul Levesque im Schwange sein könnte, löst sich die Situation krachend auf. Sie konfrontiert Levesque mit den Fakten, dieser wird angeblich handgreiflich (was er jedoch bis heute nachdrücklich bestreitet) und am nächsten Tag wird Joanie Laurer von Stephanie ins Büro ihres Vaters zitiert und knallhart gefragt, ob sie sich in der Situation „professionell“ verhalten könne und würde. Auf ihre schockierte Reaktion hin, da sie sich eigentlich eine Entschuldigung für das Versteckspiel von Stephanie und Paul erwartet hatte, ruft Ms. McMahon schließlich den „großen Zampano“ der WWE, ihren Daddy, als Unterstützung herbei, der Joanie noch einmal klarmacht, dass sie sich jetzt professionell zu verhalten habe, sonst… Schließlich einigt man sich darauf, dass sie gnädigerweise „bleiben dürfe“, wenn sie keinen Ärger für das Liebespaar und damit für die noch immer im (allerdings zu dieser Zeit praktisch schon gewonnenen) Duell mit WCW stehende WWE machen würde. Ganz ungeniert wird also dem einzig unwissenden Teil dieses Liebesdreiecks, dem Opfer des Heimlichtuerei die Pistole auf die Brust gesetzt. „Wenn du nicht die Klappe hältst und spurst, bist du draußen.“ Mann will halt den Namen „McMahon“ und die Karriere von „Triple H“ schützen. Das geht auf Kosten von „Chyna“.

CHYNA4Laurer lässt das alles über sich ergehen, geht nach Hause in dem Gefühl, zwar nicht ihren Verlobten, aber doch immerhin ihren Job behalten zu können. Weit gefehlt, denn die McMahons sind mit Ms. Laurer noch nicht fertig. Einen Tag nach besagtem Gespräch bekommt sie ein Fax, in dem ihr lapidar mitgeteilt wird, dass man sie bis zum Auslaufen ihres Vertrages in einem halben Jahr nicht mehr einsetzen werde, ihre Präsenz nicht mehr benötigt würde. Na, super ! Lebenspartner weg, Job weg. Und damit das Ganze auch so richtig eklig wird, verwehrt ihr die WWE auch noch den Gebrauch des Namens „Chyna“. Es ist nämlich im wrestling-business so, dass man durchaus mit Engagements für unabhängige, kleine Promotions ordentliches Geld verdienen kann. Zumindest für eine bestimmte Zeit. Dafür ist es aber von Vorteil, wenn man seinen Ringnamen behalten kann, wenn dieser rechtlich auf die eigene Person festgeschrieben ist. Dies war aber bei Joanie Laurer nicht der Fall und so konnte sie auch ihren bekannten Ringnamen nicht mehr individuell in klingende Münze umsetzen. Außerdem sollen die McMahons nach Laurers Worten auch alles dafür getan haben, um ihr ein Unterkommen im Medien- oder Sport-Business der USA unmöglich zu machen. Das ist alles in dem besagten Interview mit Vince Russo zu hören. (link folgt unten)

Laurer steckt all diese Enttäuschungen und Rückschläge in der Folge nicht gut weg, sagt von sich selbst, dass sie ein ernsthaftes Alkoholproblem bekam, auch diverse Drogen durchexerzierte, an zweifelhaften Reality-Shows teilnahm („celebrity rehab“) usw. Eine Beziehung zum Wrestler-Kollegen Sean Waltman (unter dem Ringnamen „X-Pac“ bekannt) war ebenfalls mehr Chaos und Absturz, als gegenseitiges Halt-Geben. Um ihre Miete zahlen zu können, schließt sie schließlich einen Vertrag mit den „adult video“ – Produzenten „vivid“ ab. Zu deutsch: sie dreht mehr oder minder geschmackvolle Pornographie, weil sie damit die Stromrechnung bezahlen kann. Aber all das wird ihr aber letztlich selbst zuwider, so dass sie den Vertrag mit vivid nicht bis zum Ende erfüllt. Stattdessen geht sie 2012 einen mutigen, eigenen Weg und verlässt die USA abrupt. Sie zieht nach Japan, wo sie 2002 schon einmal kurz als Wrestlerin aktiv war, und startet dort eine neue Karriere als Sprachenlehrerin. Speziell für Alltags-Englisch.

Nachdem sie dies drei Jahre lang durchaus erfolgreich praktiziert und sich somit von ihrem vorherigen, chaotischen Leben vollkommen getrennt hatte, gab sie im Februar 2015 besagtes Interview, woraufhin noch einmal ein über die sozialen Netzwerke ausgetragenes Herumgezicke mit Paul Levesque, der inzwischen seit Jahren mit Stephanie McMahon verheiratet ist, dabei herauskommt. „Wer hat wen geohrfeigt, wer wusste wann was wovon … “ usw. Interessant für mich an der Sache ist, dass Laurer nie versucht hat, die WWE zu verklagen. Das ist in den USA durchaus üblich, wenn man um Tantiemen oder Einnahmen gebracht wurde, oder wenn man eine ungerechtfertigte Entlassung vermutet. Auch die vermeintliche Tätlichkeit Levesques gegenüber Frau Laurer bei ihrer Trennung wurde nie als Körperverletzung angezeigt. Interessant ist außerdem, dass Frau Laurer die Größe hatte, anzuerkennen, dass Menschen sich neu verlieben können. Das hat sie weder Frau McMahon noch ihrem Ex-Verlobten Paul Levesque jemals angekreidet. Wie man sich aber bei und nach einer Trennung verhält, ist eine andere Geschichte…

Offensichtlich muss Joanie Laurer sich seit 2015 wieder in die USA begeben haben. Sie hatte ein Haus in Redondo Beach, Kalifornien gemietet, wo sie am 20. April 2016 von einer besorgten Bekannten tot aufgefunden wurde. Sie hatte sich einige Tage telefonisch nicht mehr gemeldet.

Sonstige Umstände des Ablebens von Joan Laurer sind bis heute nicht bekannt, ich werde an dieser Stelle Details nachreichen, sobald sie bekannt werden.
Hier in jedem Falle der Link zum Interview mit Vince Russo. Wer einigermaßen Englisch versteht, kann sich diesen Youtube-Clip ja mal anschauen, im Gedenken an „Chyna“, Joanie Laurer. R. I. P.  Ein Mensch, dessen Leben, m. E. nach, auch unter tatkräftiger Mithilfe der WWE zerstört wurde. Helden aufbauen und dann im Krisenfall im Stich zu lassen, scheint dort, bis heute, Hauspolitik zu sein. 😦 Ausdrücklich weise ich aber darauf hin, dass Frau Laurer natürlich auch selbst Verantwortung für ihr Leben trug und nicht alle ihre Fehlentscheidungen im Leben auf das Konto von den McMahons oder Paul Levesque gehen.

https://www.youtube.com/watch?v=rmIjyMiR2Ys

Ihre

Kassandra

P.S.: Die „monday night wars“ übrigens gewann die WWE. Nachdem der „spiritus rector“ der WCW, Ted Turner, immer mehr Kontrolle über sein eigenes Medien-Imperium einbüßte, hatten dessen Nachfolger weniger Interesse an Pro-Wrestling auf ihren TV-Kanälen und begannen, der WCW schrittweise den Geldhahn zuzudrehen. 2001 schließlich, in dem Jahr, in dem Joanie Laurer entlassen wurde, kaufte die WWE ihren Konkurrenten, angeblich für den obligatorischen „einen Dollar“ und ist seitdem sozusagen „Monopolist“ im großen Geschäft der Networks. Im Februar 2014 begann die WWE ihr eigenes „WWE network“ als Internetplattform für Live-Inhalte und diverse Konserven aus den Archiven aufzubauen. Seitdem expandiert es in immer mehr Länder als kostenpflichtiger streaming-Dienst, oder, wie es eine deutsche Wirtschaftszeitung ausdrückte, als „Netflix für Wrestling Fans“.

P.P.S.: Heute hörte ich eine interessante Aussage. Ein wrestling-Kollege von Joanie Laurer, der olympische Goldmedallist von 1996 und „echte“ Ringer Kurt Angle, sagte in einem Gespräch für einen podcast im wenig beachteten Nebensatz etwa dies: „Manchmal muss man auch hinter dem Vorhang knallhart und ein bischen bösartig sein. Dies ist eben ein knallhartes Geschäft.“ Das hat mich nachdenklich gemacht, denn gleichzeitig hörte man aus der „Wrestler“-Szene mehr oder minder offen auch die Hinweise auf „Chyna“s netten Charakter und ihre humorvolle und freundliche Natur. Ich vermute, sie ist genau daran gescheitert. Im Wrestling-business ebenso wie im Leben. Übrigens: Joanie Laurer war eine gebildete Frau, sprach mehrere Sprachen fließend und hielt sich gerne über Dinge auf dem Laufenden. Ist in ihrem ehemaligen Geschäft auch nicht selbstverständlich. Meine Fassungslosigkeit wächst.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 21/04/2016 von in Kultur, Sport und Gesellschaft, Uncategorized und getaggt mit , , , , .
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