Kassandrenrufe

"connecting the dots" – für mündige Bürger

Mythos Troja – was wir (nicht) gelernt haben…

Liebe Leserinnen und Leser, was Sie vielleicht noch nicht von mir wussten ist, dass ich seit meinen Kindertagen vom Mythos um die Eroberung der Stadt Troja fasziniert bin. Homers Epen „Ilias“ und „Odyssee“ sowie diverse „Nach-“ und „Neubearbeitungen“ haben mich ebenso gefesselt, wie die Forschung nach dem Ursprung der Geschichte, die harte Arbeit der Archäologen und die Spekulationen über den Autoren. Man kann viel damit verbinden und vieles lernen, wenn man sich mit „Troja“ befasst. Und bis zum letzten Sandalen-Epos gleichen Namens, das 2004 in die Kinos kam, hat sich die Kunst- und Kulturszene immer wieder an Homer abgearbeitet. In Büchern, Theaterstücken, Gemälden, Plastiken und Filmen. „Troja“ regt noch immer die Phantasie an. 

Troja2Sehen Sie, liebe Leserinnen und Leser, für mich ist das homerische Werk der „Ur-Mythos“ Europas, der Beginn einer echten, europäischen Literatur und bis heute ein Bindeglied europäischer Alltagskultur. Diejenigen, die noch über etwas „klassische“ Bildung verfügen, können mit den „tausend Schiffen“, welche die „schöne Helena“ in Bewegung setzte, noch etwas anfangen. Von Moskau bis Lissabon. Das soll schon etwas heißen. Das „Trojanische Pferd“ ging nicht nur als elektronischer software-Manipulationscode in den Alltag und Wortschatz ein, sondern schon viel früher und hauptsächlich als Beschreibung von getarnten Angriffen auf befestigte Positionen. Militärisch und im übertragenen Sinne zugleich.

Nun ist aber, wie so vieles im „alten Europa“ auch die Gewissheit über die trojanischen Ereignisse im Wandel begriffen. Oder warum wollen uns diverse Kolumnisten und Politiker heute etwa solchen Unsinn verkaufen, wie die Aussage, Homer wäre ein „Türke“ gewesen ? Er und der Heilige Bischof von Myra, Nikolaos, dem wir Deutschen gerne am 06. Dezember unsere Reverenz erweisen, sollen jetzt also Türken gewesen sein. Die politische Absicht hinter solchen Aussagen ist natürlich nur allzu durchsichtig und der Mangel an Bildung, den es benötigt, um diesen Quatsch zu glauben, ist die Währung, mit der die interessierten Kreise seit geraumer Zeit bezahlen wollen. Nein, Homer und Nikolaos waren Griechen. Da kommt man nicht dran vorbei. Zu der Zeit, als Nikolaos Bischof von Myra war, waren die Türken noch ein innerasiatisches Wandervölkchen, das noch ein paar Jahrhunderte darauf wartete, bis es damit begann nach Westen zu ziehen und die Perser zu belästigen. Zu Homers Zeiten hat man an ein solches Völkchen noch nicht einmal gedacht, was wohl eine Gemeinsamkeit mit uns Deutschen ist, die wir ja auch erst spät auf der Bühne Europas auftauchen. Nein, der Hinweis auf „Kleinasien“ als Heimat Homers und Nikolaos ist einzig und allein geographisch zu verstehen und eben nicht kulturell und schon gar nicht politisch. Soviel zu den neuesten, sehr populären Falschinformationen, mit denen so um sich geworfen wird.

Das interessante am Troja-Mythos ist dennoch die Figur des „Blinden Barden“ Homer, über den de facto absolut nix bekannt ist. Alleine aus den frühestmöglichen Niederschriften der „Ilias“ und „Odyssee“ glaubt man, dem Verfasser auf die Spur kommen zu können, konnte sich aber lange Zeit hindurch nicht einmal auf die Epoche einigen, in der diese Urwerke europäischer Literatur wohl verfasst worden sein mögen. Der Ursprung liegt also im Dunklen, die durchschlagende Wirkung auf die Nachwelt ist aber unbestreitbar und sehr wohl nachweisbar. Bis heute etwa sprechen wir ja von den schon erwähnten „Trojanischen Pferden“, mit denen man sich ansprechend verpacktes Unheil ins Haus holt. Und genau daran musste ich in den letzten Monaten öfters denken. Etwa, wenn die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Deutschen Bundestag, Frau Göring-Eckardt, so froh darüber ist, dass wir Deutschen derzeit gerade so viele Menschen „geschenkt“ bekommen. Ja, auch das Holzpferd galt damals als hübsches „Abschiedsgeschenk“ der „Danaer“ (kennt eigentlich noch jemand von Ihnen den Begriff „Danaergeschenk“ ? Ja, da kommt das her.), mit dessen Vereinnahmung in die Stadt man nichts falsch machen könne. Wir wissen ja, wie das endete. Man kann also davon ausgehen, dass die Situation mit den „Geschenken“ auch bei deutschen Politikern bekannt ist.

Danaens attack !

Danaens attack !

Und so wird also seit vielen Monaten das Stadttor offen gelassen, das Pferd in bester „wir schaffen das“ Manier unter Mühen auf den Marktplatz gezerrt, wo eine Friedens-, Selbstgerechtigkeits- und „wir sind die Guten“- helldeutsche Meute darum herumtanzt. Priamerkel lächelt gnädig auf dieses Treiben herab und zuckt nur ganz selten zusammen, wenn die Stadtwache ihr unangenehme Fakten ins Ohr flüstert. Das kommt zwar nur selten vor, weil man die allgemeine Euphorie um das sich selbst bestätigende „Gut-Sein“ nicht stören will, aber ab und an erfährt auch die Raute des Grauens Dinge wie: „Am westlichen Streitwagen-Stall kam es zu massiven Belästigungen von Trojanerinnen und es soll auch massive Diebstähle dabei gegeben haben.“ Als Täter kämen…nun, ja….vielleicht, oder doch lieber nicht, „Danaer“ in Frage. Aber die sind doch eigentlich weggesegelt ? Oder gar, wenn sie doch noch hier sind, längst bestens „integriert“ und friedlich ? Nein, was nicht sein darf, kann auch nicht sein. Wir bleiben gelassen, während das Tor weiter offensteht und im Bauche des so hübsch aussehenden Holzpferdes die „Allahu-Akbar“-Schläfer warten. Im benachbarten Phrygien, in Parisien, sollen sie bereits massive Terror-Anschläge verübt haben, aber Priamerkel bleibt gelassen und hält, wenn sich Gerüchte darüber verbreiten sollten, eine Rede vor dem Volke, wo sie dessen „kalte Herzen und Empathielosigkeit“ gegenüber den Danaern anprangert.

Eine kleine Gruppe um die „Kassandra“, die sehr genau sieht, was hier wirklich passiert, wird vom Hofe her, also von oben herab, beschimpft („Dumpfbacken“, „Pack“, „Arschlöcher“, „Mischpoke“, „Nazis“ kann ich nicht sagen, die kannte man in Troja noch nicht), während der Adel sich im Glanze der nichtendenwollenden Willkommens-Feierlichkeiten für das Pferd sonnt. Im Hinterkopf immer die Entführung der Helena und das damit verbundene Unrecht, welches einstmals die „ganze Welt“ gegen Troja aufbrachte. Die Erleichterung, „noch einmal davongekommen“ zu sein, ist allerorten zu spüren, das Bemühen um ein „positives Image“ Trojas auch, weshalb die News-Barden auch angehalten sind, ausschließlich Gold vom Palast anzunehmen und für dessen Interessen zu singen. Die Kassandriten, die ja „nur die Freude am schönen Tanz um das hölzerne Pferd mindern“ wollen, werden als Nestbeschmutzer verachtet und nicht ernst genommen.

Na, Sie haben wohl die Parallelen zu „Helldeutschland“ erkannt, liebe Leserinnen und Leser. Das Pferd wird uns heute als hübsche Mischung aus Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe und „Pflicht wegen unseres Nazi-Erbes“ verkauft, während wir genau wissen, dass im Inneren eine recht ansehnliche Zahl von Allahu-Akbars sitzen, die unsere Stadt erst anzünden und dann unsere gesamte Kultur ihrer eigenen Antikultur gleichmachen werden. Erste Vorboten sind ja bereits erkennbar, aber ein Staat (oder ich sags pathetischer: eine „Nation“), dem die Funktions-Eliten die Solidarität längst aufgekündigt haben, wird natürlich weder willens noch ganz praktisch in der Lage sein, noch irgendeine Art von Schutzwall gegen die heranstürmende Barbarei aufzubauen. Troja ist schon gefallen, so sehr auch die Islamkritiker-Kassandren noch immer hoffen mögen, es retten zu können. Bedanken wir uns bei „Priamerkel“ und wählen, wo immer möglich, ihre Partei ab, aber das ist dann auch schon alles, was wir realistischerweise noch tun können. Unter Frau Göring-Eckardt, die sich immer so hübsch über das Pferd der „geschenkten Menschen“ freut, und Ihresgleichen wird die Selbstauflösung Deutschlands nur noch viel schneller vorangehen. Bereiten wir uns also darauf vor: legen wir uns, wenn wir weniger Geld haben, ein paar Knarren zu, wenn wir mehr Mittel besitzen, dann sollten wir auswandern. Gott vergebe uns die Fehler der Vergangenheit und behüte unsere Kinder in der Zukunft!

In diesem Sinne, schönes 2016 !

P.S.: Die „Kassandra“ war übrigens eine Tochter des Königs Priamos. Da sie entweder Lesbe war, hässlich, viel zu unabhängig für ihre Zeit oder einfach wählerisch, konnte sie nicht rechtzeitig „standesgemäß“ verheiratet werden, weshalb nix anderes übrigblieb, als sie ins Kloster zu schicken. In den Apollontempel als Priesterin vielmehr, aber das war in etwa das Gleiche. Als der Sonnengott dann Bock auf Sex mit ihr hatte, lehnte sie das ab. So schön war der Gute dann wohl doch nicht. Aber sauer war er und spuckte der Kassandra in den Mund ! Wie unhygienisch ! Mit dem Speichel verband er den Fluch, dass Kassandra immer die Wahrheit sagen, diese aber niemand glauben würde. Mich erinnert das an Oriana Fallaci, aber das mag nur mein Blickwinkel sein. Soviel zu den Rufen der Kassandra: sie bleiben immer unbeachtet. Übrigens wird vom Untergang Trojas nicht in der Ilias, sondern erst in der Odyssee berichtet. Soll niemand behaupten, ich hätte das nicht gewusst.

P.P.S.: Als „Nachhall“ Trojas gilt ja die Geschichte des Aeneas, der dem abgefackelten Troja als einziger Adliger entfliehen konnte und später, so wollen es die Römer wissen, sich in Italien angesiedelt haben soll. So wollten sie die Verbindung von einer untergegangenen Hochkultur zu ihrer eigenen herstellen. Na, vielleicht werden irgendwo auf einem Planeten oder Kontinent ganz weit weg, ein paar Deutsche überleben. Und mit ihren Nachbarn dann später gemeinsam eine neue Hochkultur aufbauen. Man wird ja nochmal hoffen dürfen.

P.P.P.S.: (28. Juli 2016) Jetzt, mehr als ein halbes Jahr, nachdem ich obigen Beitrag schrieb, hat sich meine Voraussage bewahrheitet. Die „Danaer“ sind aus dem Bauch des Holzpferdes gekrochen und haben Terroranschläge verübt. Die Axt-Attacke vom fränkischen Regionalzug bei Würzburg und der Rucksackbomber von Ansbach sollten eigentlich allen „Willkommensbesoffenen“ die Ernüchterung nahelegen. Ich habe aber absolut keine Hoffnung, dass diese Fanatiker sich mit der Realität anfreunden werden. Stattdessen werden sie wie immer ausschließlich Verständnis für die Täter aufbringen und diejenigen, welche seit Jahr und Tag vor dieser Entwicklung warnen, weiter als „Rechtspopulisten“, „Kryptofaschisten“ usw. diffamieren. Der leichte Weg eben.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 06/01/2016 von in Kultur, Politik_allgemein, Zeitgeist, Zustand der Nation und getaggt mit , , , , .
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