Kassandrenrufe

"connecting the dots" – für mündige Bürger

Mitten in der Revolution…

Letztlich schaute ich mir einen Film über die Französische Revolution an. Da gab es die üblichen Tumultszenen, die Guillotinen und „Revolutionsgarden“, da herrschte zunächst mal der Mob, dann der „Tugendterror“ eines Maximilien de Robespierre. Schließlich endete alles in der absoluten Monarchie des kleinen Korsen Buonaparte. Unwillkürlich kamen mir da Analogien zur Gegenwart in Deutschland in den Sinn. Leben wir noch in der Bundesrepublik Deutschland oder schon in einem revolutionären Übergangs- oder sogar Nachfolgestaat derselben ? Ein paar (vielleicht etwas ungeordnete) Gedanken dazu:

Französische-RevolutionWas waren die Kennzeichen des „ancién regime“ im Frankreich des 18. Jahrhunderts, welche die Voraussetzung für die Revolution ab 1789 darstellten ? Das autoritäre post-absolutistische Regime der Zeit nach Ludwig XIV. war nach allen gängigen Schilderungen sowohl der Zeitgenossen als auch nach der heute gängigen Geschichtsschreibung „morsch“ und wartete geradezu darauf, gestürzt zu werden. Wie plausibel solche Beschreibungen auch immer seien mögen, immerhin fand in den Jahrzehnten vor der Revolution ein massives Umdenken der klassischen Eliten im Lande statt. Adel und Klerus begannen, an sich selbst zu zweifeln, am Gottesgnadentum des Monarchen und an den „hergebrachten Verhältnissen“. So  konnte ein noch nicht einmal so richtig ausgeprägter „Dritter Stand“, ein erst in der Entwicklung befindliches Bürgertum also in Bereiche vordringen, welche die sich selbst nicht mehr so recht respektierenden, anderen zwei Stände ihnen bis zur Selbstaufgabe beinahe kampflos überließen.

Sehen wir hier schon Parallelen zu den konservativen Parteien, den kulturtragenden Organisationen des Zwanzigsten Jahrhunderts in unserem Lande, die schrittweise ihre Überzeugungen „modernisierten“, sich zu „Großstadtparteien“ und „Dialogpartnern“ entwickelten, anstatt bewährte Werte zu tradieren und in den Kirchen seit Jahrhunderten gepredigte Kerninhalte zu bewahren? Mittlerweile sind ehemals wertkonservative Organisationen wie die CDU oder die beiden Großkirchen nicht mehr wiederzuerkennen. Sie haben sich bis zur völligen Unkenntlichkeit der vermeintlichen „Modernität“ verschrieben und erinnern so fatal an die morschen Fundamente des „ancién regime“ im Frankreich Ludwig XVI. Kein Widerstand gegen den Zeitgeist, sondern nur Anpassung und Konturlosigkeit, die dazu führen, dass man weder Kirche noch CDU wirklich braucht. Ohne beide würde unser Weg ins Nirwana der rot-grünen Jakobiner genauso zügig vorangehen.

Aber, wo es „morsche“, also ihres Eigenwertes verlustig gegangene, Fundamente gibt, da müssen auch „Revolutionäre“ sein, die das „Alte und Verbrauchte“ stürzen wollen, die mit Elan und Ideologie, mit völliger Verkennung jeglicher Fakten und geradezu neu-religiösem Eifer ihr Paradies auf Erden errichten wollen. Und davon sehen wir mehr als genügend ihre Kreise in Deutschland ziehen. Da sind die Genderisten, die uns allen Ernstes wider die offensichtlichen Fakten einreden wollen, es gäbe in der Art „homo sapiens“ mehr als zwei Geschlechter. Sie haben in Medien, Kirchen und Staat bereits ganz fest Wurzeln geschlagen und wollen über „Antidiskriminierungs-“ Gesetzgebung und „tolerante“,  neue Bildungsrahmenpläne in den Bundesländern ihr Weltbild allen aufoktroyieren, die nicht als „Hassredner“ oder „Diskriminierer“ gesetzlich abgestraft werden wollen. Traditionelle Werte, „klassische“ Familien o. ä. stören da nur und dürfen nach Belieben diskriminiert und über die Medien beschimpft werden.

Da sind des Weiteren die „Toleranzler“, die nach dem Motto: „Wir sind für alles offen“ (und deshalb eigentlich nicht ganz dicht) einen religiösen Synkretismus vorantreiben und die Masseneinwanderung aus anderen Kulturräumen uneingeschränkt befürworten („niemand ist illegal“, „refugees welcome“). Unter dem Banner des Verständnisses und der Herzenswärme hassen sie alles, was nach Tradition, Nationalstaat, bürgerlichen Grundwerten und Individualismus aussieht. Menschen sind für sie Massenware, die es unter Androhung massiver Strafen zu erziehen und beliebig zu verschieben gilt. Religionen dürfen ihren Teil dazu beitragen, indem sie sich einander annähern (Stichwort: „Interreligiöser Dialog“) und „den einen Gott“ proklamieren, den ja Juden, Christen und Muslime im Grunde angeblich anbeten. Fusion als Endziel.

Wer da eine feinere Justierung der Argumentationsschablonen und eine größere Differenzierung unterschiedlicher Denkansätze fordert, gilt bereits nach dem guten alten „und willst du nicht mein Komplize sein, dann schlag ich dir den Schädel ein“ als „Feind des Fortschrittes“ und kommt auf die Guillotinen der Massenmedien, muss um seinen Job, seine körperliche Unversehrtheit und seine Reputation fürchten. Der Tugendterror, analog zu dem rasenden Wahn eines Robespierre in Frankreich, hat heute ganz einfache, wohlfeile Phrasen, die er jederzeit aus dem Baukasten kindischer Diffamierungslust herausnehmen kann. Besonders beliebt ist heute die Phrase vom „Aufstand der Anständigen“, der ausbrechen müsse angesichts dieser oder jener Ereignisse. Wenn diese Phrase von linken Politikern, den Jakobinern unserer Tage, benutzt wird, sollte man ganz besonders skeptisch sein, denn sie haben eine geradezu prickelnde Lust daran entwickelt, jeden, der ihr Welt- und Menschenbild nicht bis ins letzte I-Tüpfelchen teilt, als „unanständig“ abzuqualifizieren. Allzuviele Mitläufer aus Kultur, Medien oder Sport transportieren diese Schwarz-Weiss-Malerei dann über die elitären Zirkel linken Selbstverständnisses hinaus „ins Volk“ und sorgen so dafür, dass jeder deutsche Bürger wieder genau weiss, was er zu denken, zu fühlen und zu sagen hat, wenn er keinen Ärger haben möchte. „Tugendhafte“ Gleichschaltung.

Und dann haben wir da auch noch die Revolutionsgarden unserer Tage. Die schmuddligen, arbeitsscheuen Vertreter der sog. „Antifa“, die sich unter diesem oder anderen Namen („blockupy“ etc.) versammeln, ohne mit juristischen Konsequenzen rechnen zu müssen drauflosrandalieren und gegen alles hetzen und prügeln dürfen, was den schon erwähnten Jakobinern nicht in den Kram passt. Mit staatlicher Unterstützung aus den Töpfen des „Kampfes gegen Rechts“ aufgepäppelt, bilden diese Kampfhunde von Linkspartei, Grünen und linkem Flügel der SPD eine Waffe, die dazu beiträgt, „Ruhe im Lande“ herzustellen. Sei es noch auf dem Rücken der eigentlichen Ordnungshüter von der Polizei oder auf Kosten unzähliger Fälle schwerer Sachbeschädigung und Körperverletzung. Aber Medien, Kirchen und Parteien schweigen dazu. Sie wissen warum.

Wie konnte es zu diesen Zuständen kommen ? Wie konnte es dazu kommen, dass in Jahrhunderte dauernden, sozialen Kämpfen errungene, Grund- und Freiheitsrechte der Bürger wieder eingeschränkt, zurückgenommen oder sogar lokal bzw. zeitlich völlig außer Kraft gesetzt werden in Deutschland ? Gleichheit vor dem Gesetz ? Schon Orwell wusste, dass einige (Antifa, Menschen mit dem hofierten Migrationshintergrund…) auf der revolutionären „Farm der Tiere“ immer gleicher sind. Freie Meinungsäußerung ? Ja, aber nur, wenn sie dem Zeitgeist entspricht und zuvor auf einem Grünen-Parteitag abgesegnet wurde. In diesem Zusammenhang: Freie Presse ? Kaum, wenn alle Journalisten den „eigentlich bin ich ja Grüner“-Chip im Kopf haben.

Musste aber, wie einst in Frankreich, dafür ein Staatsgefängnis beschossen oder ein Monarch geköpft werden ? Nein, denn die „breite Masse“ des Volkes, welches laut Grundgesetz der eigentliche „Souverän“ im Staate sein sollte, merkt schon gar nicht mehr, wie sie manipuliert und in kleinen Schritten dem „neuen Paradiese“ (oder was auch immer das „endgame“ der Revolutionäre sein mag) entgegengetrieben wird. Es braucht heute in Deutschland keine Fanale mehr, um die Revolution weiterzuführen. Wenn wir davon ausgehen, dass die Französische Revolution einst zumindest vom Pariser Prekariat gewollt oder doch zumindest unterstützt wurde, so kommt unser „Umbruch“ doch eher von oben. Aus den von vielen, sozialen Umwälzungen nicht betroffenen „Rotweingürteln“ unserer Großstädte, aus den Köpfen der wohlstandsverwahrlosten Großbürger-Kinder ohne Beziehung zu tradierten Wertesystemen, aus den Universitäten, den innerkirchlichen Zirkeln oder den weltfremden „Think-Tanks“ unserer Tage, wo massiv daran gearbeitet wird, auch das absurdeste Gedankengut salonfähig zu machen. Allerdings stimmt auch hier die Analogie zum revolutionären Frankreich immerhin soweit, dass auch hier Intellektuelle die Erosion des Bodens unter den Füssen des ancién regime massiv befördert haben. Diverse Schöngeister und entfesselte Intellektuelle haben auch damals für eine ethische Verwirrung und eine „Umwertung aller Werte“ gesorgt, lange bevor der König aufs Schafott gehen musste (muss ich den Namen Voltaire hierbei erwähnen, der mit seinen Bonmots selbst bei seinem ehemals größten Fan, Friedrich dem Großen, irgendwann auch nicht mehr auf Wohlwollen stieß ?). Kein Wunder, dass das revolutionäre Frankreich sich zunächst lange Zeit auf keine richtigen, eigenen Werte festlegen konnte. Es ist immer leichter, etwas zu zerstören, als etwas für die Zukunft Tragfähiges auf den Ruinen des Alten aufzubauen.

Immerhin wissen wir, warum diese Zustände noch eine ganze Weile anhalten werden: denn die Spione und Revolutionswächter sitzen mittlerweile überall im Lande. Ein Professor macht einen selbstironischen Witz über sich selbst als „frauenfeindliches Fossil“ ? Na, der muss natürlich sofort entlassen werden. Eine Frau setzt sich für Frauen ein, die in ihren muslimischen Familien ganz korankonform wie eine Sache behandelt werden ? Na, die darf natürlich nur noch mit bodyguards außer Haus gehen und muss alle paar Monate den Wohnsitz wechseln. Ein Journalist findet, dass die islamische Gegenkultur im Lande nicht nur Friede, Freude und Eierkuchen produziert ? Na, dessen vom Medienhaus verfasste Vertragsauflösung lag praktisch sofort auf dem Schreibtisch. Die Verbissenheit und Bösartigkeit, mit der die Revolutionswächter in Deutschland 2015 die Hoheit nicht nur über die Stammtische einfordern, sondern über sämtlichen, öffentlichen Diskurs, kann nur mit ihrer Angst vor der Entlarvung ihres hohlen Gedankengebäudes erklärt werden. Wenn Massenmedien sich dazu hergeben, wichtige Informationen zu problematischen Themen lieber zu unterdrücken, als zu veröffentlichen, dann sind sie bereits Teil des Systems geworden, dann dienen sie bereits „Robespierre“. Sie produzieren dann statt Nachrichten nämlich nur noch (teils sogar intelligent gemachte) Propaganda. Die Gedankendiktatur von „1984“ ist perfektioniert worden.

Und der Bürger weiß kaum noch, was er mit dieser Situation anfangen soll. Ausweichen geht kaum noch, denn die jakobinischen Revolutions-Anhänger sitzen ja überall und zwingen auch noch den unpolitischsten Zeitgenossen dazu, Bekenntnisse zu den glorreichen Errungenschaften der Revolution abzugeben. Umweltschutz, Klimakatastrophe, Zuwanderung, Genderpolitik, „Ehe für alle“, Eurorettung, etc.  Verweigern oder offener Widerstand geht gar nicht, da als „voll Nazi“ und „Rechtspopulismus“ bereits vorverurteilt. So heult man eben mit den Wölfen. Wer das besonders gut macht, darf sogar mit kleinen Schulterklopfern rechnen wie jüngst das brave Hündchen Til Schweiger, das sich pöbelnd auf Facebook mit Kommentatoren anlegte, die angeblich über zuwenig Empathie für „Refugees“ verfügen. Na, da bekommt man doch viel gute Presse, ähnlich wie Heino, der sich vor einigen Monaten brav strammstehend in die Front der Pegida-Gegner einreihte.

Nur bei einem Punkt bin ich mir der Analogien zum „alten Frankreich“ nicht so sicher. Ich schätze mal, die Jakobiner, die Atheisten und Kalender-Umbenenner hatten sicher irgendeine Art Ziel, auf das sie ihr Land hinsteuern wollten. Bei den Jakobinern und Gesinnungsterroristen unserer Tage bin ich mir da nicht so sicher. Wie sieht deren „endgame“ aus ? Reicht ein komplett neues, vom Mutti-Staat gut steuer- und gängelbares Staatsvolk bereits aus, oder muss auch Deutschland als Rechtseinheit abgeschafft werden ? Zu wessen Gunsten ? Immerhin haben sie die Zerstörung der klassischen „Bundesrepublik Deutschland“ schon ganz gut hinbekommen. Aber was kommt danach ? Buonaparte ? Wir werden es sehen.

Sehen wir also die Bastille brennen und warten darauf, dass der Kalender umbenannt und die Kirche verboten wird. Denn alles andere ist ja „Nazi“…

Ihre

Kassandra Pugatshowa

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 12/08/2015 von in Politik_allgemein, Zustand der Nation und getaggt mit .
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