Kassandrenrufe

"connecting the dots" – für mündige Bürger

Ein offenes Wort: Wie man einen „shitstorm“ hervorruft !

Liebe Leser, wenn Ihnen bislang noch nicht bewusst ist, wie man einen „shitstorm“, also hasserfüllte, irrationale und völlig abwegige Reaktionen auf diversen Plattformen hervorruft, dann sei Ihnen das folgende Beispiel mit auf den Weg gegeben, falls Sie es möchten:

Sehen Sie, wir leben in hysterischen Zeiten. Die „Hexenjagd“ nach den politisch unkorrekten Prominenten, nach „Ewiggestrigen, Reaktionären, Rechtspopulisten, Nazis in Nadelstreifen, Chaoten, Mischpoke, Latenznazis, Antifeministen, Gender-Ablehnern, Klimaleugnern, christlichen Fundamentalisten“ und welche Feindbilder das linksgrüne Establishment sonst noch so ausfindig machen kann, nimmt immer absurdere Züge an. Man kann jetzt sicherlich über die Wechselwirkungen zwischen Nordamerika und Europa philosophieren. Hat die „political correctness“, die de facto in eine Zensurschere innerhalb und außerhalb der Köpfe ausgeartet ist, nun von den USA ausgehend den gesunden Menschenverstand in Europa verseucht (Stichwort Judith Butler und Genderismus z. Bsp.) oder haben die „fortschrittlichen“ Europäer das von vielen Amerikanern abgelehnte „Obamerica“ (Stichwort: Rassenkrawalle) aufbauen helfen ? Sei´s dahingestellt: Es ist nun einmal Realität, dass keine öffentliche Figur mehr „frei von der Leber weg“ sprechen oder agieren kann, ohne dass die Inquisitoren des Zeitgeistes sie bei Androhung des „Liebes- und Jobverlustes“ zum Rapport und öffentlichen Widerruf auffordern würden.

Caley_CuocoDas jüngste Beispiel, an dem ich diese These einfach mal exemplarisch belegen will, ist die beliebte US-TV-Schauspielerin Kaley Cuoco-Sweeting. Diese ist nicht unbedingt dafür bekannt, umstrittene oder gar politische Statements abzugeben. Auf Anfrage hatte sie aber zum Jahreswechsel 2014/15 dem Magazin „Redbook“ ein Interview gegeben, in dem sie u. a. zum Besten gab, dass sie gerne mal koche. Ihr stressiger Drehplan u. a. für die TV-Serie „the big bang theory“ lasse ihr für private Momente wenig Zeit und so genieße sie es, wenn sie für sich und ihren Ehemann Ryan Sweeting mal kochen könne. WAS FÜR EIN SKANDAL ! Eine prominente Frau, die noch selbst kocht, wenn sie die Gelegenheit dazu hat ! Die Freude daran hat, für sich und ihren geliebten Angetrauten ein wenig trautes Heim zu spielen ! Sie können sich selbst denken, liebe Leser, wie die Öffentlichkeit in den USA darauf reagiert hat. Ein shitstorm voller ätzender Kommentare ergoß sich daraufhin über Frau Cuoco-Sweeting. Ein Tribunal absurder Vorwürfe, Verdächtigungen und Sprüchlein wurde abgehalten und die stalinistischen Kommissare des „Sagbaren“ fällten ihr Urteil:  Abschwören oder soziale Ächtung ! Und Frau Cuoco-Sweeting, die natürlich gerne ihre Karriere als Schauspielerin im notorisch linkslastigen Hollywood-Betrieb fortsetzen möchte, kroch tatsächlich zu Kreuze.

Sie ließ über ein soziales Netzwerk verbreiten, dass die zitierten Kommentare „aus dem Zusammenhang gerissen“ seien und natürlich habe sie „das so nicht gemeint“. Was hat nun die Zensoren des geschriebenen und gesprochenen Wortes auf den Plan gerufen ? Ein Kommentar über persönliche Vorlieben im eigenen Hause ? Oder vielleicht doch die Aussage von Frau Cuoco-Sweeting, dass sie sich nicht unbedingt als Feministin sähe, sondern mehr als Profiteurin der harten Arbeit vieler Frauen, die vor ihr kamen ? Wenn solche Ehrlichkeit auf die oben beschriebene Art und Weise beantwortet wird, muss man sich nicht wundern, wenn etwa die PEGIDA-Demonstranten von Dresden beschlossen haben, mit den Medien nicht mehr zu reden. Denn hier stehen Existenzen auf dem Spiel. Die derzeit herrschende Atmosphäre von Haß auf Andersdenkende, die massiv von Politikern, NGOs, Kirchen etc. sowohl diesseits als auch jenseits des „großen Teiches“ aufrechterhalten und weiter angefacht wird, kann Freundschaften gefährden und Karrieren beenden, wenn sich jemand (und sei es auch aus noch so gutem Grunde) außerhalb des scheinbaren, gesellschaftlichen Konsenses stellt. Wenn also jemand die „veröffentlichte Meinung“ nicht als sakrosankte Wahrheit akzeptiert.

Da muss ich tief in mich gehen. Bin ich, die auch gerne kocht, (wenn die Ergebnisse auch meist eher durchschnittlicher bis ungenießbarer Natur sind,) jetzt auch „in den 50er Jahren stehengeblieben“ ? Ein Vorwurf, den man Kaley Cuoco-Sweeting von Seiten der „Feministen“ gemacht haben soll. Da fragt man sich, was an den 50ern (vor allem in den USA) denn gar so schrecklich gewesen sein mag. Hierzulande gab´s das „Wirtschaftswunder“, dort die „Eisenhower“-Jahre, die erste Blüte des Fernsehens, die klaren Fronten des beginnenden „kalten Krieges“… Nein, verstehen Sie mich jetzt bitte nicht falsch, liebe Leser, ich bin keinesfalls eine zwanghafte Nostalgikerin. Mir ist sehr wohl bewusst, dass sich die Welt weitergedreht hat und vielen Menschen jetzt viele Möglichkeiten offenstehen, die sie in den 50ern nicht hatten. Nur, wie immer, wenn sich klare, soziale Strukturen aufzulösen beginnen, frage ich mich unwillkürlich, wogegen man dann noch „rebellieren“ kann, welche restriktiven Strukturen verändert werden müssten. Und da komme ich dann ein ums andre Mal auf die „Schere im Kopf“ unserer meinungsbildenden Medien und sonstigen „Eliten“ zu sprechen:

Wer nicht die Dogmen des grün angehauchten, linken „juste millieus“, dem sowohl Kirchenfürsten, Chefredakteure, Juristen, Pädagogen, als auch Politiker und Beamte angehören, anstandslos akzeptiert und ihnen den notwendigen, öffentlichen Kotau darbietet, muss also ein „Nonkonformist“ sein, den es bis aufs Blut zu bekämpfen gilt. Jemand, der noch selbst denkt und nicht die „Süddeutsche Zeitung“ oder den „Spiegel“ für sich denken lässt, jemand, der nicht das glaubt, was diese Medien ihm an Zivilreligion anbieten, sondern vielleicht gar noch christliche Werte verinnerlicht hat oder zumindest eine gewisse Resistenz gegen die hohlen Phrasen eines nicht mehr vorhandenen, öffentlichen Diskurses zeigt, gehört „auf den Müllhaufen der Geschichte“. Hierfür reichen nach dem Motto „schuldig bei Verdacht“ bereits Gerüchte, Spekulationen und üble Nachrede. Die „Hellseher“ unter den Politkommissaren der Gegenwart vermuten ohnehin in jedem, der nicht permanent sein Umweltbewusstsein und seine Sympathie für illegale Migranten zum Ausdruck bringt, einen „konservativen Abweichler“. Um eine Schauspieler-Karriere in Hollywood zu zerstören würde es z. Bsp. bereits genügen, ihm oder ihr eine Nähe zur „Tea-Party-Bewegung“ zu unterstellen und nur, wer bereits ein gewisses Level an Publizität überschritten hat, könnte die Nähe zur Republikanischen Partei in Hollywood überleben (Schwarzenegger ist eben nur die Ausnahme, welche die Regel bestätigt, nach der man dort „links, progressiv, Demokrat“ zu sein hat).

Und vor diesem Hintergrund ist eben auch Kaley Cuoco-Sweeting eingeknickt. Sie hat jetzt „ihre Lektion gelernt“, nach der man eben als Frau nicht kochen darf und schon gar kein herzliches Wort über seinen Ehemann und das gemeinsame Familienleben verlieren darf, wenn dabei auch nur der geringste Verdacht entstehen könnte, man sei damit „antifeministisch“. Gut, wenn man kein Prominenter ist, dem ständig Kameras und Mikrofone vor die Nase gehalten werden. Derzeit ist dies nämlich kein wirkliches Vergnügen.

In diesem Sinne, gehe ich jetzt in die Küche und koche was Leckeres.

Ihre

Kassandra Pugatshowa

P.S.: Ein guter Freund sagte mir beim „Querlesen“ des obigen Beitrages, dass es sich so lese, als ob ich Kritik an Prominenten generell ablehnte. Nein, liebe Leser, das weise ich zurück und möchte es für alle, die den Beitrag nicht genau genug gelesen haben, noch einmal im geschriebenen Wort herausstellen: Die ART UND WEISE, wie heutzutage Kritik an öffentlichen Äußerungen teilweise wirklich unbedeutender Promis geübt wird, ist es, was mich tatsächlich aufregt. Natürlich darf man das 50er Jahre Familienideal der USA-Eisenhower-Jahre hinterfragen. Hollywood und das US-TV haben dies ja auch bereits zur Genüge getan („Pleasantville“). Die Art und Weise, die bösartige Gehässigkeit und geradezu hasserfüllte Ablehnung und Ausgrenzung Andersdenkender, mit der dies seit einiger Zeit geschieht, stößt mich ab. Sie widert mich derartig an, dass ich viele Medien, die solchen Geist atmen, versuche, so konsequent zu meiden, wie möglich.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 03/01/2015 von in Kultur, Zeitgeist und getaggt mit , , .
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