Kassandrenrufe

"connecting the dots" – für mündige Bürger

25 Jahre Mauerfall: Was gibt es zu feiern ?

25 Jahre ist es nun her, dass die Berliner Mauer „durchlässig“ wurde, dass die DDR-Bürger Reisefreiheit erhielten und damit die Möglichkeit bekamen, ihre Vorstellungen von „Westdeutschland“ und anderen, bis dahin verschlossenen Regionen der Welt auf den konkreten Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. Ein epochemachendes Ereignis, das mir noch heute, wenn ich daran zurückdenke, so manche Träne in die Augen treibt vor Freude. Mein Bruder Jemeljan erinnert sich vielleicht noch besser an diese Zeit. Ihn lasse ich hier einmal zu Wort kommen:

MauerfallWas mir nun aber gänzlich die Freude am diesjährigen „Einheitsfest“ verhagelt, ist das, was aus dem diesem Ereignis dann folgenden „Gesamtdeutschland“ inzwischen geworden ist. Eine nüchterne Analyse der Bundesrepublik 2014 macht deutlich: die DDR lebt. Ihre Mentalität, die Mentalität der Mitläufer und Funktionäre, der Spitzel und Charakterschweine ist lebendig und hat sich lediglich mit dem ignorant-bürgerlichen Gehabe einer „linksliberalen“ Pseudo-Elite des ehemaligen „Westdeutschland“ verbündet. Als Beispiel dafür sei einfach mal das Getue um die Rot-Rot-Grüne Koalition in Thüringen genannt, wo sich eben genau diese zwei Mentalitäten jetzt zur DDR 2.0 verbündet haben.

Ich habe alle diese Dinge in den letzten 25 Jahren erlebt, in gewisser Weise muss ich sogar sagen „überlebt“. Wenn ich nun betrachte, wer sich heute so alles die Vereinigung der beiden deutschen Staaten selbst an die Brust heftet, überkommt mich der dringende Wunsch, mein Mittagessen am „falschen Ende“ wieder hinauszulassen. Egon Bahr, Walter Momper, ja sogar Renate Künast und Gregor Gysi waren gaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaanz sicher aktive Kämpfer für ein einiges, mauerfreies und demokratisches Deutschland. Sorry, aber ich erinnere mich ganz anders an die Zeit vor 1989.

Damals, als ganz junger Hüpfer stieg ich nämlich in die aktive Politik ein (,die ich später aus persönlichen Gründen wieder verließ) und als überzeugter „Gesamtdeutscher“, der durch seine Verwandten in Ost-Berlin sehr wohl über die Verhältnisse in der DDR informiert war, musste ich mir schon in meiner eigenen Partei, der CDU, so einiges anhören. Ich sei ein „Revanchist“, ein „ewiger Rechter“, ein „Beton-Nationalist“ etc. Nein, dass haben mir nicht nur „Jusos“ in Wahlkampfzeiten oder meine grünen Kunst-Lehrer auf der Oberschule an den Kopf geworfen, das durfte ich mir auch von „großstadtliberalen“ Christdemokraten jeglichen Alters anhören. Kurz gesagt: „Wiedervereinigung“ stand auf NIEMANDES Agenda. Bis weit ins Jahr 1989 hinein nicht. Die Linken (also damals Grüne, SPD und „sonstige“) sahen darin sogar eine „Gefahr für Europa“ eine potentielle „Bedrohung des Friedens“ etwa in der Art, wie es Frau Merkel während der letzten EU-Wahl für den Fall eines Scheiterns des Euros an die Wand gemalt hat: „Wenn der Euro scheitert, bekommen wir einen dritten Weltkrieg.“ Aha. So wichtig ist das also…

Um das ein wenig zu „unterfüttern“ sei nur an den ehemaligen Hamburger Oberbürgermeister Hans von Dohnanyi (SPD) erinnert, der im Rahmen eines langen Interviews zu seiner Zeit in der aktiven Politik einmal die Lage im SPD-Präsidium zur Zeit des Mauerfalls in etwa so beschrieb: die nackte Panik habe damals einige „Obersozis“ erfasst, angesichts der Möglichkeit einer deutschen Vereinigung. Besonders hervorgetan in dieser Hysterie habe sich der damalige Regierende Bürgermeister von Berlin, Walter Momper, der wortwörtlich das Wiederaufkommen des „Bismarckschen Nationalismus“ als Menetekel an die Wand malte und um keinen Preis der Welt seine Stadt und dieses Land auf dieser Basis vereint sehen wollte. Soweit die Erinnerungen von Dohnanyis, an denen ich nicht die geringsten Zweifel hege. Heute aber ist der Herr Momper (mit dem lustigen roten Schal) der „Bürgermeister der Einheit“ und darf bei diversen Gelegenheiten über das Ereignis des Mauerfalls daherschwafeln und sich ins Rampenlicht setzen.

Dies zeigt auch an, wohin sich die wiedervereinigte Republik im letzten Vierteljahrhundert hinbewegt hat: in eine Art „1984“-Staat, in dem Geschichte nachträglich umgeschrieben wird, so wie es der neue, rot-rot-grüne Zeitgeist (dem die CDU/CSU dank medialem Dauerfeuer ebenfalls längst erlegen ist) gebietet. Jeder weiß heute wieder, ebenso wie damals in der „guten, alten DDR“, was er „zu denken, zu fühlen und zu sagen“ hat, ohne grobe Konsequenzen fürchten zu müssen. Sie haben ihre Magenschmerzen mit der momentanen Überflutung Deutschlands mit Flüchtlingen, deren erste Horror-Konsequenzen man bereits in Berlin (Stichwort: Gerhard-Hauptmann-Schule) erkennen kann ? Dann sind Sie ganz sicher ein „Ewiggestriger, Ultranationalist, AfD-Wähler, Rechtspopulist, Neonazi, Faschistenschwein, Rassist, Islamophober….“. Suchen Sie sich etwas davon aus, es wird schon an Ihnen kleben bleiben, ob Sie wollen oder nicht.

Oder sehen Sie im katastrophalen Euro-Projekt das Scheitern der eigentlich guten Idee von Europa ? Oh, oh. Dann können Sie eigentlich nur, um das oben bereits zitierte Paradigma von Frau Merkel weiterzuspinnen, ein nationalistischer Kriegshetzer sein. Und das Thema „Islamisierung“ werde ich gar nicht erst ausführen, denn hier liegen letztlich nur publizistische Tretminen, die jedem, der es aufgreift, übelst um die Ohren fliegen werden. Aber so ist das nun mal in Diktaturen. Es gibt immer „Tabu-Zonen“, in die der Bürger nicht hineinschauen, die er nicht beleuchten und in die er sich auch nicht hineindenken darf. Stattdessen boten einem die DDR und bietet uns auch Deutschland 2014 lediglich wohlfeile Phrasen an, mit denen man seinen Kotau vor dem politischen Willen des Zeitgeistes bekunden „darf“. Ja, geradezu bekunden muss, um nicht in die Gefahr zu geraten „rechts“ oder gar „nationalistisch“ zu sein.

Eine dieser Phrasen war in der DDR die Mär vom „antifaschistischen Schutzwall“, dessen Überwindung wir ja eigentlich gerade feiern sollten. Hierbei stimmte gar nichts, schon gar nicht der Begriff. Der „Faschismus“ zeigte sich nämlich eher im Marschtritt der Soldaten des Wachregiments bei der Wachablösung an der „Neuen Wache“ in Ost-Berlin oder im rigorosen Stasi- und Grenz-Regime, als in der bis heute lotterig-ludrig geführten „Bundeswehr“ der Bundesrepublik etwa. Geschützt wurde von diesem „Wall“ tatsächlich nur die DDR vor ihrem „Ausbluten“, vor einem Brain-Drain, der nach dem 17. Juni 1953 immer bedrohlicher in Produktion und Dienstleistung des „Arbeiter- und Bauernstaates“ spürbar wurde. Warum sonst lagen die Stacheldrahtverhaue, Minen, Selbstschussanlagen und Bluthunde-Patrouillen-Routen denn auf der OST-Seite, der „DDR“-Seite der Betonmauer ? Ja, richtig, um die „bösen Faschisten“ im Westen an der Massenflucht ins Arbeiterparadies zu hindern…

Mit ähnlichen Phrasen bekommen wir heute auch wieder von Politik und Medien die Hucke vollgelogen. Islam ist Frieden, der Euro verhindert den Dritten Weltkrieg (den die Medien und Politiker aber gerade gegen Russland wohl doch noch durchpeitschen werden…), Zuwanderung ist Vielfalt und die Konfrontation von Kleinkindern mit Pornographie, was wir dann als „neuen Sexualkunde-Unterricht“ tarnen, erzeugt Toleranz. Ja, ganz sicher….gehen wir mit Vorschülern in den Puff, das wird sie schon nicht traumatisieren… Und von Gender-Mainstreaming, das zwar in Skandinavien bereits als Unsinn und Mode-Erscheinung erkannt ist und nicht mehr durch staatliche Fördergelder gewürdigt wird, bei uns aber dennoch so richtig zünftig Wurzeln schlägt, fange ich gar nicht erst an.

Wo stehen wir nun also im Jahre 25 nach dem Mauerfall ? Wir haben „Migrations“-Aktivisten, die die Gedenkkreuze für Mauertote abreissen, wir haben einen LINKS-Ministerpräsidenten in Thüringen, obwohl sich dessen Partei nie glaubhaft von der DDR (oder dem SED-Milliardenvermögen, das sie über Österreich und Norwegen wohl mehr oder minder illegal ausgeschleust und sich bewahrt haben) distanziert hat, wir haben wieder „darüber-spricht-man-nicht“-Tabuzonen, deren Verletzung einen „Täter“ die Reputation, den Job, das saubere Strafregister, schlimmstenfalls auch Leib und Leben kosten können. Wir haben linke Terroristen, die schwere Sachbeschädigungen begehen gegen Bahntrassen, „Protz-Autos“ und und  „ungeliebte“ Bauprojekte auf diversen Immobilien. Die weitgehend unbestraft Körperverletzungen gegen Polizisten begehen dürfen, während das Establishment und die veröffentlichte Meinung weiter gebannt nach RECHTS schauen und darauf warten, dass sich etwa die anti-salafistischen Hooligans mal wieder danebenbenehmen oder irgendwo ein paar echte Neonazis aus den Büschen springen.

Wir haben Polizeibehörden, die aufgegeben haben, ihre Rolle auch nur noch vortäuschen zu wollen und die offen zugeben, Straftaten, die sich nicht umgehend und vollkommen aufklären lassen, nicht mehr zu verfolgen, sondern nur noch zu protokollieren. Angesichts massiver Stellenstreichungen auch kein Wunder. In der „Weite des Landes“ etwa in Brandenburg und anderswo wurden viele Wachen einfach „dichtgemacht“ mit der Folge, dass das Sicherheitsgefühl der Bürger im Lande irgendwo gegen den Nullpunkt tendiert. Die verbliebenen Beamten sind überarbeitet, unterbezahlt und müssen sich auch noch mit „no-go-areas“ herumschlagen, wo ihnen Migranten-Verbrecherclans die Regeln diktieren (schon mal von den Miris in Bremen gehört ?).

Und dann haben wir auch noch einen Justizapparat, der sich erpressen lässt und außer einem massiven Islam-Rabatt (die armen Kinder der dritten, vierten und fünften Generation werden ja schließlich alle diskriminiert !) zu gewähren auch noch den Drohungen der eben erwähnten Verbrecherfamilien zumeist nachgibt. Hier werden Ermessensspielräume zu Tummelplätzen einer „Heile-Multi-Kulti-Welt“-Ideologie umfunktioniert, um nur ja niemanden, der einem die Medien auf den Hals hetzen oder gar ein Messer an denselben halten könnte, zu „provozieren“. Auch der „Linken-Rabatt“ vor Gericht ist langsam aber sicher nicht mehr hinwegzuleugnen (es wird dennoch fröhlich in den gleichgeschalteten DDR 2.0 – Medien getan). Wer einem „guten“ Ziele folgt, kann auf Verständnis bei vielen Staatsanwälten und Richtern hoffen. Wer aber im Verdacht steht, ein „Bürgerlicher“ oder gar ein „Rechter“ zu sein, ein „fundamentalistischer Christ“ oder gar „Katholik“, den trifft in jedem Falle die volle Härte des Gesetzes. Keine mildernden Umstände erlaubt…nun, ja außer, er sagt sich von diesen „schlimmen Dingen“ rechtzeitig los.

Dass hierbei das Prinzip der Gleichheit vor dem Gesetz und damit ein wichtiger Pfeiler des demokratischen Rechtsstaates aufgegeben wird, nimmt man in den entsprechenden Kreisen als „Kollateralschaden“ in Kauf. Auch die Verwässerung und schrittweise Auflösung der Gewaltenteilung steht ja angesichts gleichgeschalteter Justiz, Blockparteienmentalität und eingeschüchterter, entmachteter Polizei unübersehbar als wirkliches Menetekel an der Wand. Wo man die Regeln und Werte, auf denen die Bundesrepublik Deutschland einst aufgebaut wurde, ungestraft und mit multimedialer Unterstützung mit Füßen treten darf und dafür noch gefeiert wird, da ist die (Selbst-) Auflösung in vollem Gange. Dass die Medien dabei eine unheilvolle Rolle spielen, indem sie nicht mehr einen „mündigen Bürger“ informieren, sondern blödes Stimmvieh indoktrinieren sollen, brauche ich wohl gar nicht mehr weiter zu erwähnen. Propaganda-Instrumente braucht immerhin jede Diktatur. Und so macht die ehemals „reiche und vielseitige“ Medienlandschaft in Deutschland derzeit einen traurigen Eindruck der Gleichförmigkeit, zumindest in allen wirklich wichtigen Fragen. Der Journalist wurde zum Volkserzieher umgepolt und freut sich auch noch darüber, dass er das klassische Ethos der Wahrhaftigkeit und die Regeln der „Information vor Kommentar“ einfach nicht mehr beachten muss.

So sieht es aus in Deutschland 2014. Sorry, aber da ist mir nicht so recht nach feiern zu Mute. Wir haben, kurz gesagt, aus dem „Geschenk der Einheit“ nichts gemacht (da fasse ich mich durchaus an die eigene Nase). Haben uns zurückgelehnt und als Bürger der „Berliner Republik“ bei unserer eigenen Entmündigung und der Umwandlung Deutschlands in die DDR 2.0 zugeschaut. Tun es noch heute. Resigniert, die, die es bemerken und davon gelähmt sind, und in stummer Aggression diejenigen, die noch hoffen. Ich persönlich würde am liebsten auswandern aus dieser „Feier-Republik“ der Wowereits, Merkels und sonstigen Totalversager, aber wohin ? In anderen Ländern ist der Absturz in „Multi-Kulti“ und triste Beliebigkeit auch scheinbar nicht mehr zu bremsen. Ich hoffe eigentlich nur auf einen gnädigen Gott, der mich irgendwann aus diesem Müllhaufen abberuft und mir in der sprichwörtlich „besseren Welt“ erklärt, wozu das alles gut gewesen sein soll. Amen.

JP

Soweit die etwas trübselige Betrachtung meines Bruders zu 25 Jahren Freiheit und zu deren schrittweiser Wieder-Abschaffung. Vielleicht muss man nicht alles so negativ sehen, aber viele seiner Gedanken kann ich nachvollziehen. Ich frage mich nur, ob das alles weiter so den Bach runtergehen muss, oder ob man noch etwas dagegen tun kann. Wir werden sehen.

Ihre

Kassandra Pugatshowa

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 09/11/2014 von in Politik_allgemein, Zustand der Nation und getaggt mit , , .
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