Kassandrenrufe

"connecting the dots" – für mündige Bürger

Orthodoxe Medienlandschaft

Ich gestehe es, liebe Leser, mir sind die Massenmedien bereits seit meinen Jugendjahren suspekt. Nie habe ich an die Mär von der „Unabhängigkeit“ und „Sachlichkeit“ deutscher „Leitmedien“ geglaubt. Zu einfach ist es, den Informationsfluss zu lenken, bzw. gleich ganz zu unterbinden.

medienlogosAuch deshalb freue ich mich über das Internet und die Tatsache, dass von meinem „guten, alten“ Schul-Englisch noch einiges übergeblieben ist.  Denn so kann ich die in vielen, englischsprachigen Web-Angeboten noch einigermaßen widergespiegelte Bandbreite der Ansichten zu meiner eigenen Meinungsbildung nutzen. Deutsche „Leitmedien“ geben das leider seit Jahrzehnten schon nicht mehr her.

Und es ist so einfach, die Weltsicht der Medien-Konsumenten zu beeinflussen. Sie müssen einfach nur bestimmte Nachrichten „herausfiltern“ und alle anderen Dinge entsprechend kommentierend aufbereiten, so dass am Ende die Ansicht des Journalisten als einzig mögliche Sichtweise der Welt herauskommt. Noch einmal: WEGLASSEN und HERABWÜRDIGEN sind zwei ganz simple, aber höchst wirksame Werkzeuge der „freiwilligen Selbstkontrolle“ (auch umgangssprachlich „Schere im Kopf“ oder „political correctness“ genannt) in den Medien. Sie wollen natürlich Beispiele hören, liebe Leser. Na, gut, dann denken wir mal an den „Fall“ Zentralafrika.

Dort, im Herzen des „schwarzen Kontinents“ (nein, liebe mitlesende Kommissare der political correctness, dies ist keine rassistische Bemerkung) putschten sich im März 2013 die islamischen Fundamentalisten der sog. „Seleka“-Allianz an die Macht und begannen umgehend damit, ein schariakonformes Terror-Regime zu errichten. Schon ziemlich dreist angesichts der Tatsache, dass höchstens 15% aller Einwohner Zentralafrikas Muslime sind. Wie dem auch sei: es wurde jedenfalls drauflos gemordet und vertrieben, es wurden Kirchen geschändet usw. Wir kennen das in ähnlicher Form aus Syrien und dem Irak. Aber haben wir damals von diesem Treiben gehört ? Haben „Amnesty International“, die „Grünen“ oder diverse selbsternannte „Menschenrechtsaktivisten“ dieses Wüten ebenso lautstark wie weinerlich verurteilt ? Haben „Spiegel“, „Zeit“, „Auslandsjournal“, „Weltspiegel“ etc. darüber lang und breit berichtet und damit die Täter bloßgestellt ? Ich weiss nicht, wie es um ihr Gedächtnis bestellt ist, liebe Leser, aber zumindest ich erinnere mich nicht daran. Nur aus vereinzelten, dem Vatikan nahestehenden Medien erfuhr ich selbst von den Warn- und Brandbriefen, welche die katholischen Bischöfe Zentralafrikas damals in die Welt hinaussandten.
Aber die Situation in Zentralafrika änderte sich. Ganz langsam wachte die „schweigende Mehrheit“ der Bürger auf. In zunächst winzig kleinem Maßstab regte sich Widerstand. Einzelne Orte wehrten sich gegen die „Razzien“ der Seleka und bildeten Bürger-Wehren. Diese begannen sich bald, in größerem Rahmen zu organisieren und zu diesem Zeitpunkt tauchte erstmalig der Begriff der „Anti-Balaka“ auf. Ein Terminus, der sich ganz gezielt gegen den Islam-Terror der Seleka richtete, weil er „gegen das Schwert (des Islam)“ bedeutet. Und nun endlich wachte die Weltpresse auf. Spätestens, als im Spätsommer 2013 die Anti-Balaka den Rücktritt des von der Seleka inthronisierten Präsidenten Michael Djotodie erzwingen konnten, war die deutsche Presse am Kochen. Nun hatten sie ja den so gerne als Euphemismus für Islam-Terror benutzten „Religionskonflikt“, über den man so schön schreiben kann. Der sich ebenso schön als Geissel gegen die „bösen, christlichen Fundamentalisten“ der Anti-Balaka nutzen ließ. Dazu muß, damit ich mir nicht die gleichen Fehler ankreiden lassen muss, wie unsere gutbezahlten „Qualitätsjournalisten“ (hüstel) angemerkt werden, dass die Anti-Balaka tatsächlich aus allen Kreisen der zentralafrikanischen Gesellschaft ihre Anhänger rekrutierte. Darin spiegelt sich der Widerstand (fast) aller Bürger gegen die Seleka. Es waren also keineswegs, wie noch heute von entsprechenden Journalisten gerne gemeldet wird einzig und allein „Christen“, die dann tatsächlich, soviel Sachlichkeit muss sein, in ihrem Eifer deutlich über die Stränge schlugen und nun ihrerseits damit begannen, auch nicht offen mit der Seleka sympathisierende Muslime einzuschüchtern und zu vertreiben. Kein sehr schönes und in jedem Falle ein menschenrechtlich höchst bedenkliches Vorgehen. Man darf hier aber keinesfalls Ursache und Wirkung miteinander gleichsetzen. Oder anders gesagt: die „Aktionen“ der Seleka haben dementsprechende Reaktionen der „Anti-Balaka“ ausgelöst, nur die weltweite Medienresonanz unterschied sich doch gewaltig.

Kurz gesagt: Killen Muslime Animisten und Christen interessiert das in unseren „Qualitätsmedien“ kein Schwein. Wehren sich die Opfer aber, dann ist plötzlich „ein Religionskrieg ungeahnten Ausmaßes“ am Laufen und die bösen, bösen Christen begehen angeblich schlimme Menschenrechtsverletzungen an hiflosen Muslimen. Somit haben wir im ersten Teil dieses Konfliktes die Regel vom „Ausfiltern“ ungewollter Informationen durch unsere Journalisten und Redaktionen in Aktion erlebt und im zweiten Teil des Konfliktes, als die Seleka in die Defensive geriet, das Prinzip des „voreingenommen Berichts“, wo die Rolle von „Täter und Opfer“ von vornherein feststand und vermutlich sogar völlig verkehrt widergegeben wird. Aber wie dem auch immer sei: bei mir bleibt das Gefühl hängen, dass zumindest hierzulande kein so recht „unvoreingenommenes“ Bild vom Zustand unserer Welt mehr durch die Massenmedien weitergereicht wird. Denn in einer „idealen“ Situation müssten sich die vielen, unterschiedlichen Medienportale in Deutschland ja zumindest in soweit unterscheiden, dass sie

  • a) unterschiedliche Themen aufgreifen und
  • b) diese auch aus verschiedenen Blickwinkeln kommentieren.

Man nennt das wohl „Pluralismus in den Medien“ oder zumindest nannte man das früher so. Mittlerweile beschleicht mich nämlich immer häufiger der Eindruck, dass in den wirklich wichtigen Zukunftsfragen für unser Land und für die Menschen darin, alle relevanten Massenmedien voneinander abschreiben. Sie alle greifen die gleichen Themen auf, kommentieren sie zumeist auf ähnliche Art und Weise und prägen so schon seit Jahrzehnten die Art und Weise wie wir „Schäfchen“ die Welt sehen und auf bestimmte Ereignisse reagieren. Es werden die immer gleichen Agenturmeldungen benutzt und zumeist uneditiert als Textgrundlage benutzt. Es ist ein Ärgernis. „Copy and Paste“-Schreibe ersetzt aber dennoch keinen Qualitätsjournalismus, der auf Recherche, Darstellung der Fakten und ERST AM ENDE auf dem individuellen Kommentar des Autoren basieren sollte.

Aber heute ist praktisch alles „Kommentar“. Kein Wunder, wenn sich denn auch Journalisten ganz offen als „Meinungsmacher“ und nicht als „Fakten-Transporteure“ oder „-Präsentatoren“ verstehen. Denn in der bereits zuvor erwähnten „idealen Situation“ würden Medien ihre Konsumenten zum Selberdenken anregen und ihnen dafür die notwendigen Fakten an die Hand geben. In „Absurdistan 2014“ (=ehemals Deutschland) können aber die „Macher“ der meisten Leitmedien der Versuchung nicht mehr widerstehen, ihre Kunden „erziehen“ zu wollen. Ihnen „Toleranz, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeitsempfinden“ etc. nach ihrem eigenen Gutdünken einbläuen zu wollen.

Dafür ist natürlich keine Holzschablone zu grob. Wenn ein Erfolgsautor deutscher Zunge (und türkischer Herkunft) in einer dieser „Qualitätszeitungen“ nun als „doof“ abqualifiziert wird und andere wohlbestallte Schreiberlinge ebendiesen Mann und sein Werk dann mit Hitlers „Mein Kampf“ vergleichen, dann ist endgültig das Niveau des Kindergartens erreicht. Wenn ich keine Worte mehr finde und keine Argumente mehr habe, dann ist eben alles „doof“ und „Nazi“, was nicht meiner Weltsicht entspricht. Aber sollten solche primitiven Geister und Methoden tatsächlich in unseren Medien Platz haben ? Nun, ich finde, nicht, aber diese Entwicklung deutete sich ja schon länger an. Nur gab es früher zu derartigen Fehlentwicklungen immer auch ein Korrektiv. Zu jedem Hauser seinen Kienzle, wenn sie sich erinnern mögen, und umgekehrt.

Kein Wunder also, wenn heute aus den meisten Parteien, den Kirchen, der „Bildungsmaschine“, der Wirtschaft und so weiter  immer öfter dieselben Phrasen zu hören sind. Denn in all diesen Institutionen sitzen die Konsumenten derselben Medien. Ob man heute die „Welt“ liest oder den „Spiegel“ macht keinen wirklichen Unterschied mehr. (Anmerkung: das war mal anders….) Die Mitarbeiter hüben wie drüben haben die gleiche Schere im Kopf verinnerlicht und benutzen das gleiche, in einschlägigen Bildungsinstituten anerlernte, Instrumentar der Verzerrung von Fakten und der Vermischung von (auch für den Leser ?) nachprüfbaren Fakten mit persönlichen Weltsichten. Da werden dann schnell aus Meinungen „unabweisbare Wahrheiten“ und aus Büchern, die man nie gelesen hat „nicht hilfreiche Hetze“. Die Grenzen verschwimmen und wer keine eigenen Kriterien für die Beurteilung dieser Dinge mehr gelehrt bekommt oder sonstwie entwickelt, der blabbert eben immer brav seiner „peer-group“ oder dem bevorzugten Leit-Medium nach.

Im Umkehrschluss werden dann aber auch nachprüfbaren Fakten wieder „Ansichten“. Wer heute bspw. die Hysteriewelle der „Klima-Forscher“ von vor ca. 15 Jahren kritisiert und als übertrieben und hinterfragbar auf den Prüfstand stellen will, der gilt als „Klimaleugner“ und wird mit einer Schmutzwelle, neudeutsch „shitstorm“, überzogen, die ihresgleichen sucht. Ob nun die „prophezeiten“ ausbleibenden Winter nun doch kommen oder nicht, ist dabei völlig gleichgültig. Fakten beeindrucken unsere in allen Medien sitzenden Anhänger der Weltuntergangsreligion „Klimakatastrophe“ nicht weiter. Oder wie siehts damit aus, dass trotz „Fukushima – Katastrophe“ (merken Sie, mit welchen Endzeitszenarien die moderne Zivil-Orthodoxie operiert ?) Japan weiter auf Kernenergie setzt und selbst „Sonnenschein“-Musterländle wie Spanien sich nicht so recht davon trennen mögen ? Oder was sagen wir zur Absurdität des Genderismus ? Oder, oder, oder es gäbe unzählige Tabus unserer veröffentlichten Meinung, die man nicht angreifen darf, ohne seine Reputation und seinen Job aufs Spiel zu setzen. Oder haben Sie schon den ehemaligen Mozilla-Chef vergessen, der nicht etwa entlassen wurde, weil er Millionen in den (Märkischen, Herr Wowereit. Ein anständiger Mensch wäre längst zurückgetreten, aber mit ihrem Anstand scheint es ja nicht so weit her zu sein) Sand gesetzt hätte, sondern weil er einer Organisation, die sich gegen die Homo-Ehe aussprach, Geld gespendet haben soll. Privates Geld natürlich und keine Firmen- oder Steuergelder. Aber das multimediale Scherbengericht hatte sich im Namen der „Antidiskriminierung“ und „Toleranz“ längst dafür entschieden, diesen „unmöglichen Homophoben“ demonstrativ zu demütigen. Wie tolerant das Vermischen von Beruf und Privatleben sowie das Nichtanerkennen einer privaten Ansicht sein mag, darüber gälte es in einer wirklich offenen Medienlandschaft auch einmal zu diskutieren.

Aber weder in den USA noch hierzulande sind die Medienzirkel wirklich noch „offen“. Gut immerhin, dass es im Internet noch Alternativen und vielfältige Quellen der Information gibt, auch wenn die besten davon manchmal etwas schwer auszumachen sind. Denn traditionell hat es sich als sehr hilfreich und gesund bewährt, wenn man viele, verschiedene Weltsichten und Meinungen studieren kann, bevor man (möglichst aufgrund von individuellen Wertungskriterien) dann zu einem eigenen Schluss kommt. Aber auch daran basteln die Priester der modernen Politreligion schon wieder. So sollen in Zukunft in Europa neue „Antidiskriminierung-“ und „Anti-Hassrede“-Gesetze geschaffen werden, die dann eine derartig „gummiartige“ Beschaffenheit haben werden, dass damit alles, was dem Fluss des Zeitgeistes widersteht oder diesen umzulenken versucht, darunter sanktioniert werden kann. Ob Obama das im notorisch individualistischen Amerika auch hinbekommen wird, ist noch fraglich. Versuchen tut es es immerhin auch.

Ich selbst habe mir also folgendes Motto auf die Fahnen geschrieben: „Glauben Wir den deutschen Massenmedien erstmal gar nichts, bis wir es durch das Internet, ausländische Medien und unsere eigenen Lebenserfahrungen und die daraus gewonnenen Wertungskriterien geprüft haben.“ Ist eine Menge Arbeit, hat aber den Vorteil, dass man so nicht immer mit den Lemmingen über die Klippen springen muss…

In diesem Sinne: Denken Sie selbst, liebe Leser.

Ihre

Kassandra Pugatshowa

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 06/04/2014 von in Kultur und getaggt mit , , .
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