Kassandrenrufe

"connecting the dots" – für mündige Bürger

Der Terror, den es gar nicht gibt…

In Boston wird ein Anschlag auf den berühmten Marathon verübt, in Wolgograd fliegt ein Bus in die Luft, in Peking explodiert ein Auto auf dem „Platz des Himmlischen Friedens“, in Nigeria werden ganze Landstriche entvölkert, auf Israel regnet es tödliche Billig-Raketen, …. aber das alles gibt es nur in der Realität. In Hollywoods Traumfabrik treiben ganz andere Leute ihr Unwesen….

Ja, liebe Leserinnen und Leser, ich muss mir öfters anhören, meine Kommentare hier im Blog seien „sehr einseitig“, „polemisch“, „nicht hilfreich“ (wobei eigentlich ?) oder einfach nur maßlos übertrieben. Nun, jedem sei die eigene Meinung gegönnt. Mir bitteschön auch. Wie dem auch immer sei, in jedem Falle ist das negative Feedback natürlich auch immer wieder ein Grund, mal über die eigenen Positionen nachzudenken. Vor allem meine sehr ausführliche Beschäftigung mit den Bildern, die uns Hollywood und die TV-Schmieden in den USA anliefern, ist vielen Beobachtern „verdächtig“ vorgekommen. Wie kann ich es nur wagen, die Einseitigkeiten und Manipulationen Marke „die Medienschaffenden des Volkes unterstützen Obama“ zu kritisieren ?

bombe-vector_21-2979Vor allem die Kritik, ich würde maßlos übertreiben und sehr viele, der so üblicherweise von Hollywood und Co. transportierten Zerrbilder zu Gunsten der wenigen, mir genehmen Themen vernachlässigen, macht mich ab und an etwas nachdenklich. Vor diesem Hintergrund ist es sehr interessant, wenn ich meine Sicht der Dinge von anderer Seite auch mal bestätigt bekomme. Ich habe nämlich vor Kurzem einen Beitrag von David Greenfield für „Dispatch international“ gelesen, der das ein oder andere meiner Urteile über Hollywood´s „Blinde Flecken“ und „Tote Winkel“ zu bestätigen scheint. Im Folgenden möchte ich einige der Kernaussagen von Mr. Greenfield für Sie, liebe Leserinnen und Leser, aufbereiten und mit meinem eigenen „Senf“ versehen, den ich dazugeben werde. Den Begriff „Hollywood“ benutze ich dabei im restlichen Beitrag als Synonym für die TV- und Kino- Verantwortlichen in den USA. Einen Link zum Englisch-sprachigen Originalbeitrag gebe ich am Ende ebenfalls an, falls bei Ihnen Interesse am näheren Studium besteht.

David Greenfield´s These, die er in mehr oder minder unterhaltsamer Weise präsentiert, ist im Wesentlichen diese:

  • die Hollywood-Verantwortlichen geben sich größte Mühe, die Realität des internationalen Terrorismus zu verzerren, indem sie in Ihren Megaproduktionen für TV und Kino bewusst absurde Tätergruppen aufbauen und dem Zuschauer präsentieren. Dadurch soll die US-Außenpolitik, die sich unter Präsident Obama sehr verändert hat, erklärt und dem US-Bürger verständlich gemacht werden.

Nun, nicht alle von David Greenfield´s Thesen, kann ich en detail unterstützen. Jedoch möchte ich ihm in mancher Hinsicht zustimmen. Sehen wir mal, warum. So schreibt er z. Bsp. einleitend:

Im realen Leben sind Terroristen fast immer Muslime. Im Filmtheater sind sie jedoch alles andere. Amerikas fiktionale Geheimdienstmitarbeiter, Agenten, die geheime Operationen ausführen und außer Kontrolle geratene Polizisten, die nach ihren eigenen Regeln spielen, haben mehr Zeit damit verbracht, Serbische Terroristen zu bekämpfen als muslimische.

Nun, David Greenfield´s Zielrichtung ist damit natürlich deutlich geworden. Er will die absurden „Bad Guys“, die z. T. extrem verdächtig weit hergeholten Feindbilder Hollywoods, die skurrilen Antagonisten als Methode entlarven, den Zuschauer einzulullen und ihm zu suggerieren: „Macht euch keine Sorgen, so etwas wie islamische Terroristen gibt es gar nicht und alles andere haben wir im Griff.“

Ich kann mich selbst noch gut an die von Greenfield angeführten Beispiele erinnern. Der Film „the Peacemaker“ mit George Clooney und Nicole Kidman von 1997 fiel tatsächlich durch seine „interessante“ Auswahl der Antagonisten auf. Ein „jugoslawisch/serbischer Extremist“, der mit einer tragbaren Atombombe durch die Straßen von New York wandelt, löste auch bei mir, der ich so gerne GUTE Actionfilme sehe, Kopfschütteln aus. Spätestens aber, als auch die 1999 anlaufende Serie „24“ in ihrer ersten Staffel gegen Ende enthüllte, dass der gesamte Plan der Terroristen ausgeheckt worden war, um einen „serbischen Kriegsverbrecher“ aus dem Gefängnis zu holen, machte dies kritische Geister schon damals skeptisch. Die Netzwerke, die notwendig sind, um solche Operationen durchzuführen und vor allem die Geldmittel, die notwendig sind, um derartige Netzwerke aufrechtzuerhalten, scheinen Serbien einfach nicht zur Verfügung zu stehen. Dennoch will ich die Qualität weder von „the peacemaker“ noch von „24“ in Frage stellen, die in stilistischer Hinsicht, im „Handwerklichen“ sicher großartig gemacht waren. „24“ hat aufgrund seiner „Echtzeit-Anmutung“ sogar Maßstäbe gesetzt, das will ich ganz sicher nicht anzweifeln. Dennoch bleibt eine gewisse Skepsis nach der Betrachtung dieser Machwerke bestehen.

Nun mag man als Hollywood-Beobachter ja durchaus der Meinung sein, dass die „Bad Guys“ der Traumfabrik oftmals recht willkürlich gewählt werden. Sowjetkommunisten, Altnazis, Nordkoreaner oder eben „Serben“. Je nach „Zeitgeist“ wird eben ein Diktator (lebendig oder schon tot) wieder zum Leben erweckt um wie Frankenstein´s Monster die „freie Welt“ zu terrorisieren. Was aber, wenn seit etwa 20 Jahren die Auswahl der Antagonisten eben NICHT zufällig und ein wenig wahllos erfolgte ? Wenn ein politisches Kalkül dahintersteckte, um ganz bewusst eine bestimmte Tätergruppe, die in der Realität sehr, sehr präsent ist, auszublenden ? Diesem Gedanken geht der Autor nach. Und wie ich finde, ist dieser Gedankengang weitgehend nachvollziehbar, wenn auch die politischen Implikationen seines Artikels m. E. nach stärker belegt werden müssten.

Immerhin weist er auf ein sehr interessantes Detail hin, nämlich dass u. a. auch für den Film „the Manchurian candidate“ (2004) ganz bewusst das Drehbuch manipuliert wurde. Denn die dort gezeigte Gehirnwäsche der Golfkriegs-Soldaten zwecks Infiltration in höchste Politkreise der USA erfolgte ursprünglich nicht durch ein etwas obskures Wirtschaftskonsortium namens „Manchurian Corporation“, sondern durch die chinesische Regierung. In Zeiten, wo China jedoch mehr oder minder alle Schulden der USA aufgekauft hat, wollte man keinen „unnötigen“ Fokus auf die Unterschiede zwischen chinesischem Partei- und Staatskapitalismus und der freien Gesellschaft der USA richten. Und schon gar keinen „Keil“ zwischen China und die USA treiben. Ein Zugeständnis an die „politische Korrektheit“ unserer Tage, das sich durchaus auch auf das Ausblenden des islamischen Terrorismus übertragen ließe. Hier bekommt nun eine mögliche „Verschwörungstheorie“ im Artikel David Greenfields etwas mehr Substanz.

Denn es ist kein Geheimnis, dass die „progressiven“ Eliten der USA, zu denen sich die überwiegende Mehrheit der Produzenten, Drehbuchautoren und Schauspieler selbst dazurechnen, mehrheitlich der demokratischen Partei zuneigen. Die „unauffällige“ Themenauswahl in diversen US-TV-Formaten vor der Wiederwahl Obamas z. Bsp. hat nicht umsonst massives Kopfschütteln selbst bei relativ „neutralen“ Beobachtern wie mir ausgelöst. Obama oder Romney, mir war es wie die Wahl zwischen Pest und Cholera, aber notorisch politkorrekte „celebrities“ wie Oprah Winfrey zogen damals schamlos die Rassenkarte und gewährten einem Dilettanten den Vorzug vor einem anderen. Serien wie „the good wife (CBS)“ nahmen plötzlich Themen in den Fokus, die auch zum Wahlprogramm Obamas und seines Umfeldes zählten etc. Alles gerade noch an der Grenze des guten Geschmacks und sicher auch hier in Deutschland nicht gänzlich unbekannt, wo die überwiegende Mehrheit aller Journalisten (selbst vermeintlich bürgerlicher Medien wie der „FAZ“, „Berliner Morgenpost“ oder des „Fokus“) sich in geheimen Umfragen als Sympathisanten oder Wähler von Rot-Grün outet und auch dementsprechende Berichte verfasst.

Vor diesem Hintergrund betrachtet, ist es dann nicht mehr so weit hergeholt, dass die „neue“ Außenpolitik eines Barrack Hussein Obama, der bereits 2009 die unselige Muslimbruderschaft bei seiner „programmatischen“ Rede in Kairo dabeihaben wollte (und das wie bei ARD und ZDF in „der ersten Reihe“), nun auch in den Massenmedien-Formaten widersgespiegelt wird. Ich gebe es offen zu, die „sehr guten“ Kontake der Bush-Familie nach Saudi-Arabien waren mir zuvor ebensowenig geheuer. Soll mir nur keiner vorwerfen, ich würde solche Fakten ignorieren. Und deshalb ist sicher auch schon in den Zeiten von Präsident Bush Jr. ein starkes „Leisetreten“ in Hollywood zu bemerken, was Sprengstoffgürtel-Träger in ihren Großproduktionen angeht. Spekulationen über die Finanzierung manches Großprojektes der „Traumfabrik“ durch Öl-Millionen sind jedoch bislang nicht mehr als das: Spekulationen.

Zurück aber zu David Greenfield. So verweist dieser nämlich nicht ganz zu Unrecht auf den ersten, großen „Thriller“ Hollywoods nach dem 11. September 2001, dem tatsächlich etwas schwach auf dem Gebiete „innerer Logik“ daherkommenden „the sum of all fears“ (in Deutschland als „der Anschlag“ gelaufen) mit Ben Affleck und Morgan Freeman. Dieser als „Verfilmung eines Tom Clancy – Romans“ angepriesene Möchtegern – „Blockbuster“ ist nämlich vor allem dadurch aufgefallen, dass er wiederum ein völlig verqueres und nicht recht nachvollziehbares Feindbild zelebriert: die „internationale Nazi-Verschwörung“. Ja, ich weiss, in den deutschen Redaktionsstuben, wo linke Schreiberlinge spätestens seit der NSU hinter jeder Hecke einen Neo-Nazi wittern, mag solche absurde Verzerrung der Realität jeden Tag passieren und somit ohne kritisches Hinterfragen auch ein solcher Film „durchgehen“. Die Fakten stützen dies jedoch nicht. Zumal im Clancy – Roman auch keineswegs Nazis als Täter auftauchen, sondern mit Golf-Dollars aufmunitionierte Muslime. Das mag man kritisieren, aber direkt nach dem 11. September, der den Realitätsgehalt des Romans sozusagen „erhöht“ hat, diesen dann im Drehbuch zu beschneiden, erscheint mir doch ein recht hinterfragbares Verfahren zu sein. Zumal Regisseur Phil Alden Robinson auf Nachfrage dann auch ausführte, er habe etwas über „rechte Tendenzen in Holland“ gelesen und sei deshalb von der Nazi-Verschwörung zur Errichtung des „Vierten Reiches“ in Europa als überzeugendem Szenario nicht abzubringen gewesen.

Es gibt aber auch ein aktuelleres Beispiel. Im Film „Jack Ryan: shadow recruit“ (2013) wird ein weiteres Mal Kino im luftleeren (und logikfreien)  Raum gemacht. Dort wird nämlich gezeigt, wie in einer serbisch-orthodoxen Kirche in Michigan (Dearborn, dazu schreibe ich gleich noch eine Anmerkung) Terroristen aufgeputscht und von einem Priester unter „slawa Bogu“ (Ehre sei Gott) – Rufen auf Unschuldige losgelassen werden. Wer hier nicht die Parallele zu den waffenstrotzenden Moscheen Pakistans oder Nigerias sieht, wo nicht nur freitags islamische Metzelkrieger aufgeputscht werden, um dann „allahu-Akbar“ gröhlend auf die Jagd nach Christen zu gehen, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Warum dann aber jetzt wieder „die Serben“ als Bösewichte ? Weil bei einer realistischen Darstellung der gegenwärtigen, terroristischen Bedrohung eben tatsächlich mit Bomben auf Kinos und Medienhäuser sowie mit Messerattacken auf Produzenten und beteiligte Schauspieler zu rechnen wäre ? Die Mohammed-Karikaturen lassen in dieser Hinsicht grüßen. Nicht umsonst brannte einst das Büro der französischen Satirezeitung „Charlie Hebdo“ ab, nachdem dort u. a. auch islamkritische Karikaturen abgedruckt wurden.

Ich merke gerade, dass meine Ausführungen viel zu lang zu geraten drohen und will nur noch einmal zusammenfassen: Nazis statt Muslime, Holländer statt Al-Kaida und Serben, die in Dearborn (der US-Gemeinde mit der statistisch höchsten Anzahl von Muslimen pro Gesamteinwohnerzahl) auf Menschenjagd gehen statt nigerianischer „Boko-Haram“-Barbaren. Die momentan von Hollywood genutzten Feindbilder erscheinen sicher nicht nur mir als extrem absurd. Warum diese nun gewählt werden, sei es, weil man ölreiche Finanziers nicht brüskieren will, weil man ECHTE Bomben auf US-Studios befürchtet oder weil man der durch Obama vorangetriebenen „großen Versöhnung“  der USA mit der islamischen Welt politisch sekundieren will, sei dahingestellt. Auffällig ist es in jedem Falle, zumal eben die Realität, z. Bsp. durch die Marathon Bomber von Boston und ähnlich veranlagte Leute, eine ganz andere Sprache spricht. Deshalb sei David Greenfield gedankt, der einige diesbezügliche Fakten zusammengetragen und die Produkte Hollywoods so kritisch hinterfragt hat. Ich wünschte, ich selbst hätte einen solchen Artikel geschrieben oder zumindest, dass eine solche Betrachtung in Deutschland auch angestellt worden wäre.

Es gilt also weiter: Hände weg von allzu hahnebüchenem Unsinn. Hollywood und Co. stellen auch anderen Quark her, der etwas leichter „verdaulich“ erscheint, wenn man denn (wie ich, zugegeben) nicht ohne dies auskommt.

Ihre

Kassandra Pugatshowa

Den Artikel von David Greenfield mit dem etwas sperrigen Namen „Hollywood´s Muslim lies“ gibt´s hier zu lesen:

http://www.d-intl.com/2014/01/30/hollywoods-muslim-lies/?lang=en

Wer weiß, wie lange er noch online bleibt…

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 06/02/2014 von in clash of civilizations und getaggt mit , , .
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