Kassandrenrufe

"connecting the dots" – für mündige Bürger

giftiges TV für Christen

Wir alle, die wir im 21. Jahrhundert leben, wissen es: es kommt schon seit Langem nicht mehr darauf an, wie eine Sache wirklich ist, als viel mehr darauf, wie man sie öffentlich wahrnimmt. Was eine Person tut, was sie sagt oder welche Dinge sie vertritt, ist bedeutend weniger wichtig, als die Art und Weise, wie diese Person dargestellt wird. Ähnlich verhält es sich mit allen Dingen. Mit Fakten aus Politik, Wirtschaft oder Religion. Sogar mit dem Glauben selbst. „Perzeption ist alles“.

Dies haben wir spätestens im Zeitalter der Massenmedien begriffen. Wahlkampf-Manager, Werbefachleute, Demagogen und sonstige Populisten haben das schon seit Jahrzehnten verstanden. Die begabtesten, politischen Redner wussten dies sogar vielleicht schon im „alten Rom“, wenn denn die aufgezeichneten Reden eines Marcus Tullius Cicero oder die Propagandaschriften eines Gaius Julius Caesar einigermaßen unverfälscht auf uns Menschen der Gegenwart übergekommen sind.

Und in diesem Sinne bin ich sehr besorgt darüber, welche Manipulation öffentlicher Perzeption von christlichem Glauben, von Kirche und christlichen Ritualen bzw. Traditionen derzeit vor allem im „Unterhaltungs-Fernsehen“ stattfindet. Genau dort, sozusagen an der „Schwelle“ der bewusst wahrgenommenen Beeinflussung spielen sich derzeit Dinge ab, die an bildhafter Deutlichkeit eigentlich kaum „zu wünschen übrig lassen“. Und dies vor allem in den Medien der „freien Welt“.
Wir wissen es: Unser TV-Programm ist voll mit „bunten Shows“, mit „locker-flockig“ aufgemachten Nachrichtensendungen und Sportprogammen. Nun gehöre ich schon zur „älteren“ Generation, die noch die ganze Polemik bei der Einführung des deutschlandweiten Privatfernsehens vor ca. 30 Jahren miterlebt hat. Im Sinne der damaligen Kritiker mag jetzt jeder die „Amerikanisierung“ unserer TV-Landschaft und die damit einhergehende Kommerzialisierung und Verflachung beklagen, aber auch die Verbreiterung des Angebotes mag als Konsequenz dieser damals getroffenen Entscheidungen durchaus auch heutzutage als willkommen wahrgenommen werden. Wie dem auch immer sein mag: spätestens im Zeitalter von „Streaming-TV“ im Internet und Video-Portalen, auf denen so ziemlich alles zu finden ist, was die anglo-amerikanische und die deutschprachige TV-, Video- und Filmlandschaft so anzubieten hat, muss man seine Wahl treffen, wovon man sich unterhalten lassen will. (Die Informations-Schiene von Dokumentationen, Magazinen und Nachrichtensendungen lasse ich hier mal außen vor, denn das wäre ein ganz eigenes Thema.)

temppastorUnd diese Wahl fällt einem Christenmenschen immer schwerer, denn mittlerweile gibt es für uns bibelorientierte Menschen sehr viel „Unverdauliches“, das aber unter der Flagge der Unterhaltung und des Entertainments daherkommt. Es gäbe extrem viel dazu zu schreiben, denn offene Angriffe auf christliche Werte und Menschen, die diese zu leben versuchen, auf die Kirchen und deren Würdenträger sowie auf christliche Symbole und Glaubensinhalte gehören ja beinahe schon zum Guten Ton vieler Medienschaffender und Publizisten. Eine Religion, zu deren Glaubensinhalten das „Hinhalten auch der anderen Wange“ gehört und die deshalb besonders geduldig mit Spöttern und Kritikern ist, scheint sich vielen verirrten Seelen als Prügelknabe geradezu anzubieten. Nein, diese offensichtlichen und zu erwartenden Attacken sind heute nicht mein Thema sondern die fast versteckten, in mit religiösem TV keinesfalls assoziierten Programmen eingeschobenen, Bilder vom „Christlichen“ als Solchem sind es, die mir in letzter Zeit immer mehr zu schaffen machen.

Kaum eine aktuelle TV-Serie, kaum ein auf ein „seriöseres“ Publikum zugeschnittenes TV-show-Format, das nicht mit einem deutlich antichristlichen Einschlag daherkäme. Es seien hier nachfolgend zwei recht aktuelle Beispiele aus dem US-TV genannt, da ich mich zugegebenermaßen dort besser auskenne, als im deutschen Unterhaltungsfernsehen (dennoch bin ich mir sicher, auch aus hiesigen Formaten ließe sich Ähnliches ableiten). Ein Beispiel stammt aus dem Bereich der Kabelsender, das andere ist einem der großen „Networks“ entnommen.

  • In der vom Kabelsender „Cinemax“ produzierten und seit 2013 ausgestrahlten Serie „Banshee“, in der es eigentlich um einen Kleinstadt – Sheriff in Pennsylvania geht, ist sicher nicht zufällt der Antagonist namens „Kai Proctor“ (Ulrich Thomsen) ein ehemaliger Mennonit. Zur Erinnerung: Mennoniten sind aus dem holländischen Raum nach Nordamerika eingewanderte Reformatorische-Christen, die oftmals in eigenen Gemeinschaften leben und sehr bemüht darum sind, nach Gottes Geboten zu leben. Dies z. T. auch noch in isolierten Gemeinden des Nordens und Nordostens der USA. Dort sprechen sie oftmals auch noch ein sehr antiquiertes Holländisch und sind ein wenig mit den „Amisch“, die aus dem südwestdeutschen Raum stammen und ein sehr, sehr altbackenes Schwäbisch sprechen, vergleichbar.
    Der „große Bösewicht“ des kleinen Ortes „Banshee“, welcher der Serie den Namen gab, ist also so eine Art Mafia-Boss und hat in so ziemlich allen legalen und illegalen Geschäften seine Finger drin. Aufgewachsen ist er bei den Mennoniten und hat, für alle Zuschauer der Pilotfolge deutlich während angedeuteter sexueller Handlungen sichtbar, ein Kruzifix katholischer Art über den gesamten Schulter- und Rückenbereich tättowiert.
  • In der zweiten Staffel der seit 2013 von Fox verbreiteten Sendung „the following“ sieht man speziell in der Folge 2 einige Dinge, deren symbolische Nachwirkung vermutlich ebenso beabsichtigt war, wie die der soeben beschriebenen Figur aus „Banshee“.
    Der Pastor einer im Süden der USA gelegenen Kleinstadt wird dort als regelmäßiger Besucher der örtlichen Prostituierten (es ist sicher nicht mehr politisch korrekt sie als „Dorfhure“ zu bezeichnen, oder ?) gezeigt, der geradezu zwangsläufig von der Figur des Serienkillers Joe Carroll (James Purefoy) gegen Ende der Folge brutal ermordet wird. Hier ist also sozusagen der Serienmörder das „Korrektiv“ oder die „Hand Gottes“, der das „Urteil“ an einem schlimmen Heuchler vollzieht.
    In einer weiteren Szene sitzt das Serienkiller-Zwillingspaar, das in Carrolls Fußstapfen treten will, mit den Leichen zweier ihrer Opfer am Mittagstisch und verrichtet brav sein christliches Dankgebet für die Mahlzeit, die sie dann in aller Ruhe zu sich nehmen. Auch hier wieder wird das Tischgebet gläubiger, christlicher Menschen nicht nur persifliert, sondern sozusagen demonstrativ in die Nähe blutiger Gewalttaten gerückt.

An diesen aktuellen (und fast schon beliebig aus einer ganzen Anzahl ähnlich widerlicher Dinge herausgesuchten) Beispielen sei festgemacht, was mich extrem besorgt macht. Nein, es ist nicht nur die Welle von Sex, Gewalt und Brutalität, die sozusagen als „TV-Unterhaltung“ durch unsere Medienlandschaft schwappt. Dies wird ja schon seit Anbeginn des Fernsehens an kritisiert und man könnte dem als Konsument ja auch durch einfaches Ausschalten entgehen. Manche Nachrichtensendung unserer Tage hat z. Bsp. eine bedeutend traumatischere Wirkung, als die ein oder andere „sex and crime“-Sendung nationaler und internationaler TV-Produzenten. Es ist jedoch vielmehr das meines Erachtens nach bewusst inszenierte Nebeneinander-Rücken von Gewalt, Ehebruch, Mord etc. mit dem Christentum und seinen Symbolen durch TV-Produzenten und Drehbuchautoren, das einen tiefen Blick in die Abgründe von deren Seelen und denen weiterer Programmverantwortlicher erlaubt. Hier wird direkt Sünde mit Symbolen des Christlichen verbunden, was eine starke Suggestiv-Wirkung auf uninformierte und religiös indifferente Zeitgenossen ausübt.

Das Assoziieren des christlichen Glaubens mit Heuchelei, Lüge, Ehebruch, Gewalt und einem ganzen, weiten Sündenregister ist es, was m. E. nach nicht zufällig in die Kino- und TV-Unterhaltungslandschaft Einzug gehalten hat. Mit kleinen, wirkmächtigen Bildsequenzen wird so einer ganzen Generation von Zuschauen nicht nur ihre Ablehnung von bestimmten Verhaltensweisen, ihre „Ethik“ sozusagen, unter ein Dauerfeuer schrecklicher, wenn auch fiktiver, Darstellungen gesetzt, sondern diese werden für die Zuschauer, ohne, dass dies explizit erklärt oder begründet werden muss, auch noch mit dem Christentum, mit unserem geliebten Evangelium assoziiert. Man kann nur ahnen, welche Absichten dahinterstehen und welche Abgründe sich da bei Programmverantwortlichen, Produzenten, Geldgebern und Drehbuchautoren auftun. Warum z. Bsp. muss ein brutaler Kleinstadt-Gangster ein Kruzifix-Tattoo auf dem Rücken tragen ? Hätten bei einem Halbmond-Tattoo die Islamverbände wieder zu Gewalttaten gegen Medienhäuser und Sender aufgerufen ? (Wie 2012 geschehen beim französischen Satire-Magazin „Charlie Hebdo“, das immerhin seine Religionskritik offen und ohne Visier übt.) Oder würden Buddhistische Mönche (, die in Sri-Lanka, Myanmar oder Thailand z. Bsp. auch gerne in die Tagespolitik eingreifen,) im „westlichen Fernsehen“ als Antagonisten, die etwa einen Konvoi mit Hilfsgütern durch einen Sitzstreik blockieren, vom Dalai Lama mit intensivem Meditieren „bestraft“ ?

Es ist gar zu leicht, die „Andere-Wange-Hinhalter“, deren Ethik selbst die säkulare Gegenwartsphilosophie der westlichen Länder durchdringt, für alle gesellschaftlichen Fehlentwicklungen verantwortlich zu machen. Den Kirchen beispielsweise den „Schwarzen Peter (garantiert nicht politisch korrekte Bezeichnung)“ zuschieben, wenn es um Kindesmissbrauch geht, nur um wenige Wochen später herauszufinden, dass die Legalisierung der Pädophilie einstmals ernsthaft in einer großen, im Bundestag vertretenen Partei diskutiert wurde ? Aber zurück von der Bühne der „großen Politik“ wieder ins Persönliche. So viel man auch über Motive und Ziele der Verantwortlichen für diesen antichristlichen, antikirchlichen Trend in unseren Unterhaltungsmedien spekulieren mag, man muss ihn m. E. nach auch als Christ nicht stillschweigend hinnehmen und sich sozusagen „achselzuckend“ abwenden. Blind, taub und stumm sind nur die drei sprichwörtlichen Affen ! Die Gemeinde Christi hat Augen, Ohren und Münder, sie hat Organe mit denen sie ihren Haltungen, ihren Ansichten Gehör verschaffen kann. Nutzen wir doch die kirchlichen- und Gemeindenetzwerke, um uns über solche und andere Themen, die unseren konkreten Alltag betreffen, auszutauschen und auch gelegentlich einmal in unbequemen, noch nicht so breit diskutierten Themenfeldern Stellung zu beziehen. Und sei es nur in unserem persönlichen Umfeld. Resignieren ist m. E. nach immerhin nicht der Weg, den Christus gegangen ist.

Im Zeitalter der „sozialen Netzwerke“ z. Bsp. kann es nicht gar so schwer sein, Christen vor bestimmten TV-Formaten zu warnen oder ihnen zumindest nahezulegen, sehr kritisch beim Konsum so manch eines Medien-Machwerkes zu sein. Die niederschwelligen, extrem Evangeliums-feindlichen Botschaften lauern ja leider überall. Im Notfall gibt es aber für uns Gläubige immer noch den Kanalwechsel- oder Ausschalter am TV-Gerät. Nur bleibt eben bei unseren Nachbarn, Arbeitskollegen oder Freunden im Sportverein viel von der zuvor angedeuteten Suggestiv-Propaganda durch manipulative Bilder hängen. Wenn man sich in einem dementsprechenden Umfeld dann als Christ outet, erntet man u. a. auch wegen solcher durch „giftige“ TV-Formate manipulierten und voreingenommenen Haltungen dann viel Ablehnung, die gar nicht sein müsste und muss sich mit Vorurteilen auseinandersetzen, die scheinbar „aus dem Nichts“ heraus auftauchen. Denn ich selbst habe in christlichen Gemeinden z. Bsp. sehr viel Gutes, sehr viel Sorgfalt im Verhalten, sehr viel offene Gesprächsbereitschaft, sehr viel tiefe Spiritualität und Hingabe sowie sehr viel liebevollen, zwischenmenschlichen Umgang miteinander erlebt. Dies widerzuspiegeln sollten Medien ebenfalls bemüht sein, nicht nur die „christlichen Medien“ wie etwa das ERF oder „Bibel-TV“.

In diesem Sinne: Watch, what you are watching… Oder auch: Passen Sie auf, was Sie Ihren Augen und Ohren antun.

Ihre

Kassandra Pugatshowa

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 02/02/2014 von in Kultur, Zeitgeist und getaggt mit , , , , .
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