Kassandrenrufe

"connecting the dots" – für mündige Bürger

Etwas zur Weihnacht…

Liebe Leser, rar habe ich mich in den vergangenen Monaten gemacht. Sorry, aber aus persönlichen Gründen war das notwendig. Jetzt aber bin ich wieder da und hab ein paar Anmerkungen zu den üblichen „Weihnachtsnörgeleien“, die uns um diese Jahreszeit immer um die Ohren fliegen.

x-mas31Da gibts zum Einen die christlichen Nörgler, die beklagen, dass niemand mehr wisse, warum eigentlich Weihnachten gefeiert werde. Sie führen dann Umfragen an, in denen in diesem Land sozialisierte Erwachsene als Anlass für das Weihnachtsfest Dinge wie den „Geburtstag des Weihnachtsmannes“ angeben. Oder den Todestag von St. Nikolaus etc. Da ist natürlich etwas dran. Deutschland gibt sich mittlerweile so „säkularisiert“, dass oftmals selbst Zeitgenossen, die noch von ihrem vor Jahrzehnten halb verschlafenen Religionsunterricht in der Schule oder Gemeinde her wissen, dass die Geburt Jesu Christi der Anlass fürs Weihnachtsfest ist, sich schämen, dieses Wissen öffentlich zu machen. Allen Pastoren, die jetzt angesichts der o. g. Umfragen die Augen rollen und enttäuscht aufseufzen, sei es ins Stammbuch geschrieben:

  • Die Kirchen sind selbst Schuld daran, dass ihre Schäfchen Ostern von Pfingsten nicht mehr unterscheiden können und keinen Schimmer von Weihnachten haben ! Sie haben die Aufgabe der Vermittlung von kirchlichen Traditionen sowie biblischen Inhalten und Werten schlicht und ergreifend selbst zur Nebensache erklärt und dürfen sich nun heute nicht über die Konsequenzen ihres Tuns beschweren.

Ich weiss es: Kirchenschelte ist billig und übermäßig „trendy“ heutzutage. Vermeintliche und echte Kinderschänderskandale, Polit-Priester und die innerkirchliche Abwendung von traditionellen, biblischen Werten haben den Ruf der Kirchen als moralische Institutionen von orientierungsgebendem Wert sicher diskreditiert über die letzten Jahrzehnte. Und genau da liegt mal wieder der Hund begraben.

Wenn sich Pfarrer mehr um das Organisieren von „Stuttgart 21“-Protesten o. ä. kümmern, als um die Bibelkenntnisse ihrer Schäfchen, dann kommt eben so etwas dabei heraus. Man erinnert sich an die gemütlichen Stunden auf den Schienen beim Blockieren eines Kastor-Transportes, aber an die Namen der Eltern Jesu und diejenigen der Heiligen Drei Könige erinnert man sich nicht mehr so gut. Säkularisierung auf dem „Schleichweg“ sozusagen, ausgerechnet durch die Hintertür der Kirchengemeinden ! Ein Trauerspiel.

Und dann haben wir da auch noch die Atheisten, denen das ganze „Christusgebimsel“ oder der „Baby-Jesus“-Kram wie man in den USA motzt, auf die Nerven gehen. Sie fühlen sich notorisch „ausgeschlossen“ vom Geheimnis des Glaubens und dessen Freuden und behaupten, sie würden dadurch „diskriminiert“ und belästigt. Ach, du meine Nase, das auch noch ! Fühle ich mich angegriffen, diskriminiert oder irgendwas, wenn Buddhisten meditieren, Muslime das Zuckerfest feiern oder Juden die Kerzen der Menora entzünden ? Ehrlich gesagt: nein. Ich kann eigentlich nur nachvollziehen, dass der Kommerzialismus, der die wahre Besinnung auf das Wunder der Ankunft des Erlösers, die früher die Adventszeit auszeichnete, mit allen seinen Auswüchsen Christen wie Nichtchristen die Hutschnur platzen lässt ! Geht mir ja nicht anders. Der von Coca-Cola (darf ich diesen Namen schreiben, ohne ein Copyright zu verletzen ? Müsste ich: „ein US-Limonadenhersteller“ schreiben ? Hoffentlich lesen hier Anwälte mit und können mir einen Tip dazu geben…) erfundene, rot-weiß-berockte Weihnachtsmann, der nur noch sehr wenig mit dem Heiligen Nikolaus von Myra zu tun hat, der Kinder aus der Sklaverei loskaufte, nervt mich unendlich. Das Verkaufen von Lebkuchen, Spekulatius und Marzipan schon im September und all das andere Kommerzbrimborium halte ich auch für exzessiv. Selbst, wenn wir es hierzulande nicht gar so extrem treiben, wie oftmals die lieben Amerikaner oder Philippinos, so lenkt eben die Geschenke-Hatz doch nur von der Besinnung auf das Wesentliche ab.

Z. Bsp. von der Besinnung auf das vorangegangene Jahr, auf die eigenen Verhältnisse zu den Mitmenschen, auf die Bedeutung Christi, auf die Beziehungen mit Freunden und Verwandten. Es gibt viele Dinge, über die man sich im Advent Klarheit verschaffen kann. Auch über die Oberflächlichkeit und Blödheit mancher Weihnachtsnörgelei. Lassen wir uns davon also das Fest nicht versauen und feiern wir beschaulich, bewusst und auch mal „gegen den Trend“, der uns durch die Kaufhäuser, Weihnachtsmärkte und von Weihnachtsfeier zu Weihnachtsfeier jagen will.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten allen Lesern ! Frohe Feiertage und einen gesunden Start in neue Jahr 2014 !

Ihre

Kassandra Pugatshowa

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 24/12/2013 von in Kultur, Zeitgeist und getaggt mit .
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