Kassandrenrufe

"connecting the dots" – für mündige Bürger

Obamerica

Die Vereinigten Staaten von Amerika, die USA, stehen für bestimmte Werte ein. So hat es mir mein Vater einstmals beigebracht (er war ein Kind der Nachkriegszeit und hatte deren Geist tief aufgesogen), so sah sich diese Nation selbst und so habe ich es lange betrachtet. „Freiheit“ in einer ganz anderen Definition, als sie bei uns in Europa üblich ist und „Stolz“ auf das, was man aus sich, seiner Gemeinde und seinem Land gemacht habe. Das alles ist in Gefahr, für immer abhanden zu kommen. Ich bedauere das mit einem sehr wehmütigen Gefühl, während dies notorische Besserwisser in unseren Medien und in der Politik “ ja schon immer gewusst haben“ wollen.

15850402-karikatur-von-angry-barack-obamaEs ist schon kurios, dass sich angesichts der „Snowden-NSA-Spionage“-Affäre ausgerechnet die Linksaußen dieser Republik zu Verteidigern deutscher Interessen aufspielen. Diejenigen, die bei der offenen und geradezu selbstverständlichen Industriespionage der Volksrepublik China, die seit Jahr und Tag unsere Wirtschaft schädigt, so gerne wegschauen, wollen den „bösen, bösen Amerikanern“ jetzt, noch dazu in Wahlkampfzeiten, den Schwarzen Peter (oder Barack)  zuspielen. Ausgerechnet jene Grünen, die jahrelang so offen die DEUTSCHE Solarindustrie subventionierten und die nun, angesichts der Tatsache, dass China dieser angeblichen „Zukunftsbranche“ hierzulande mit seinen Dumpingpreisen bei der Herstellung von Solarzellen brutalst den Gar aus gemacht hat, keine Träne verlieren, um keine Fehler zugeben zu müssen, diese Grünen schimpfen jetzt auf Amerika. Und knüpfen damit ebenso selbstverständlich wie selbstgefällig wieder an ihre „antikapitalistischen“ und linken Revoluzzer-Traditionen an, auf denen diese Partei u. a. gegründet wurde. Die Zeiten, in denen man sich etabliert hat und so eine Art grün-bürgerliches Establishment zu bilden begann, will man jetzt für Wahlkampfzwecke offensichtlich negieren. Sei´s drum: ich will mich hier gar nicht an diesen durschaubaren und billigen Manövern Amerika-feindlicher Altkommunisten vom Schlage eines Jürgen Trittin oder Winfried Kretschmann abarbeiten.

Vielmehr möchte ich meine Sicht auf Amerika thematisieren, die durch eine stärkere Differenzierung geprägt ist, als sie Claudia Roth, Trittin oder Renate Künast in der Lage sind, vorzunehmen. Denn: Amerika ist nicht gleich Amerika, das mussten wir spätestens seit der letzten Präsidentschaftswahl im „land of the free“ nämlich schmerzhaft erkennen. Alte Spielregeln lösen sich immer mehr auf, neue erweisen sich als fehlerhaft und nicht tragbar. Die USA sind scheinbar in einer Art Übergang ohne Zielvorstellung. Sie erleben eine fatale Anpassung an Europa, ohne dessen Stärken anzuerkennen. Nein, sie übernehmen stattdessen unsere Fehler und freuen sich eifrig drüber. Aber, gemach, gemach, hier mal ein paar Stichworte dazu:

In der Folge der Terror-Angriffe vom 11. September 2001 mussten die USA lernen, dass auch sie verwundbar sind. Wahrscheinlich hat sie das weniger überrascht, als die Tatsache, dass sie überhaupt zu ZIELEN international agierender, islamischer Netzwerke von „Sprengstoffgürtel- und 72-Jungfrauen-Fans“ geworden sind. Denn die notorisch an internationalen Angelegenheiten desinteressierten US-Bürger sahen und sehen sich immer als „die Guten“. Eine Infantilisierung der Politik, die in den letzten Jahren auch in Europa immer mehr Einzug hält, nur dass die USA auf dieser Seite des Atlantiks immer „die Bösen“ zu sein haben. Siehe Trittin und Konsorten, wie oben beschrieben. In einer fatalen Fehleinschätzung der Situation und ohne Rücksicht auf die möglichen Folgen machten diverse US-Regierungen und Außenminister immer nur kurzfristige, extrem pragmatische Politik, ohne Vision und Zusammenhalt. Die Taliban im Kampf gegen die Sowjetunion aufzurüsten schien zwar durch eine extrem günstig ausfallende Kosten-Nutzen-Analyse gerechtfertigt, aber wie wir heute wissen, hat es die Büchse der Pandora geöffnet, aus der munter und fröhlich grinsend die Taliban, Al-Kaida, Boko Haram, Al-Shabaab und Konsorten hervorhüpften. Bis heute ist es nicht gelungen, diesem jetzt weltweit agierenden und auch AGITIERENDEN Explosiv-Islam beizukommen. Ganz im Gegenteil, wer die Nachrichten der letzten Jahre ohne rot-grüne Brille und sehr aufmerksam verfolgt hat, der hat sehr wohl bemerkt, dass sich neue Konfliktherde bilden: die Xinjiang-Provinz in China mit den muslimischen Uiguren, Süd-Thailand mit seinen meist malayisch-stämmigen, islamischen Separatisten, Myanmar und die immer dreister auftretenden Rohingiya, die Philippinen mit ihren separatistischen „Abu Sayyaf“ und Konsorten, Nigeria und die „Boko Haram“ etc. etc. etc. Man könnte diese Liste jetzt noch mehr erweitern, um klarzumachen: die „Grenzen“ zwischen islamischem und „nichtislamischem“ Kulturraum brennen. Und werden noch weiter brennen, wenn man diese Tatsache als solche negiert, wie es westliche Politiker aus Angst vor den muslimischen Minderheiten im eigenen Land immer gerne tun. Die USA haben ihren Anteil daran, weil sie aus kurzfristigen Interessen heraus langfristige Strategien niemals ins Auge fassen. Dies alles kann man dem derzeitgen Präsidenten Obama aber nicht anrechnen. Er muss nur wie seine Vorgänger mit dieser Konstellation arbeiten.

Innerhalb dieser Parameter ist es nun notwendig geworden, der Sicherheit innerhalb der USA größere Aufmerksamkeit zu widmen, wie schon der vielgeschmähte George W. Bush wusste. Mit der Einrichtung der „Homeland Security“ und neuen Ideen zur Bekämpfung von Terroristen richtet man sich ganz amerikanisch-nüchtern auf diese Lage ein. Wer will schließlich noch mehr Anschläge auf seinem Gewissen haben, die man nicht verhindern konnte ? Richtig, Sie haben es erraten: Obama. Dem ist es nämlich recht gleichgültig, ob weitere Zarnajew-Brüder oder weitere Abu Nidal Hassans ihre Mitbürger im Namen der „einzig wahren Religion“ töten. Der will sich nur gegen „böse, militante Rechte“ absichern, besonders gegen „aggressive Abtreibungsgegner und fundamentalistische Christen“. Der Gesinnungswechsel wird systematisch innerhalb der Nachrichtendienste vorbereitet, indem man die Techniken zur Erkennung islamischer Militanz einfach vergisst. Islamischen Terror darf es ja per Ordre de Mufti Obama gar nicht geben, die Sicherheitsbehörden werden seit Obamas Amtsantritt systematisch darauf gebrieft. Zarnajew zum Trotz, erkennt z. Bsp. das US-State-Department bis heute nicht einmal die „Boko Haram“ in Nigeria als Terrorgruppe an (Anm. aus dem Jahr 2015: dies letzte hat sich wohl geändert, seit ich diesen Artikel verfasst habe, immerhin.). Ein Trauerspiel. Die Tötung bin Ladens darf man in diesem Zusammenhang getrost als Wahlkampf-Maßnahme des Friedensnobelpreisträgers Obama abhaken. Wirklich ernst ist es ihm mit dem Bekämpfen des Terrors nicht, da er ja die geistigen Brandstifter des Weltenbrandes, die Muslimbrüder z. Bsp. , so offen hofiert, dass man getrost von einem außenpolitischen Richtungswechsel mit weiteren, fatalen Folgen sprechen kann. Unter anderem dem Zerrütten des gewachsenen, exzellenten Verhältnisses zu Israel, das jetzt wohl seinen absoluten Tiefpunkt erreicht hat. Auch die Ägypter, die eben in weiten Teilen nicht von diesen aus dem finstersten Mittelalter heraus agierenden Zauselbärten regiert werden wollen, kann Obama als Amerika-Freunde wohl vergessen.

Obama kann es sich aber auch nicht leisten, die eigenen Sicherheitsapparate ganz und gar gegen sich aufzubringen. Guantánamo steht noch, wenn auch jetzt mehr oder minder als sonnendurchflutete Freizeitanlage für schwerstkriminelle Mörder und Bombenleger. Die Drohnenschläge funktionieren auch noch ganz gut, aber am liebsten spitzelt man jetzt die ungefährlichen Partner aus. Der Weg des geringsten Widerstandes eben, und wer wäre schwächer und weniger auf seine Eigeninteressen orientiert, als Deutschland ? Nicht, dass ich in den verlogenen Sermon der Grünen einfallen möchte, denn als US-Geheimdienstler würde ich diesen fröhlichen Tummelplatz salafistischer Hassprediger und linksradikaler Agitatoren namens Deutschland auch ausspionieren, bis die Schwarte knackt. Und das ganz ohne schlechtes Gewissen, weil ich eben MEINER Nation, in diesem Falle den USA, diene und keinen abstrakten Ideen von „Weltharmonie“ und brüderlichem „Friede-Freude-Eierkuchen“. Nein, da ist ausnahmsweise mal eine gewisse Konsistenz der US-Politik erkennbar auch über verschiedene Administrationen hinweg, was immer ich als „Betroffener“, der auch mal in die USA mailt oder dorthin Briefe schreibt, auch dabei empfinden mag.

Innerlich aber sind die USA spätestens seit der Wiederwahl Obamas zerrissen, wie seit 1865 wohl nicht mehr. Je deutlicher den Wahlkampf-Beratern Obamas klar wurde, dass „der Andere“, Mitt Romney, nämlich wirklich eine Chance hatte, den amtierenden Präsidenten abzulösen, desto offensiver und „brutaler“ wurde die Neid- und Rassenkarte in der Demokraten-Propaganda gespielt. Wenn „man“ zu den von der Wirtschaftskrise gebeutelten Amerikanern gehörte, wenn „man“ Afro-Amerikaner, Latino oder Arabisch-stämmig war, dann sollte, nein dann MUSSTE man einfach Obama wählen. „Einen von uns“ eben, einen aus dem „Obamerica“ der vermeintlich Zukurzgekommenen. Und dieses Kalkül ging auf, wenn auch nur knapp, was uns übrigens die deutschen Medien, die ohnehin komplett auf Obama „geeicht“ waren, wohlweislich verschwiegen haben. Die Statistiken sehen aber etwas anders aus. Nach reinen Wählerstimmen hätte Romney sogar gewonnen, das indirekte Wahlsystem der USA über die Wahlmänner der Bundesstaaten machte es aber möglich, dass Barrack Obama eine deutliche Mehrheit erlangte. Wer sehen konnte, sah aber bereits am Wahlabend, dass die USA in der Folge ein tief gespaltenes Land sein würden, in dem sich die „alteingesessenen“ (oft verächtlich als „WASP“-white anglo saxon protestants bezeichnet, obwohl viele katholische Italiener, Polen und Iren oder religionsneutrale Deutschstämmige auch dazu gehören) Mehrheiten plötzlich marginalisiert sehen.

Überhaupt zusehen zu müssen, dass „Rasse“ und Ethnie noch einmal zum Thema der US-Innenpolitik gemacht wird, ist einem Sympathisanten der USA wie mir ein echtes Greuel. Da hat Obama eine Karte gespielt, die er nun auf Teufel-komm-raus ausreizen muss, wie auch jetzt wieder der Fall „George Zimmerman“ zeigt. Da hat er sich verbal in einen Gerichtsprozess eingemischt, auf dessen Ausgang niemand hätte wetten mögen. Ganz im Sinne dieser Vorlage aus dem Weißen Haus toben nun die Interessenverbände afro-amerikanischer Christen, Künstler, Studenten, Obsthändler, Zigarettenverkäufer, Bänker, ähhhhhhhhhhh nun, Sie wissen, was ich meine, darüber, dass es ein „Weißer“ gewagt hatte, einen schwarzen Jugendlichen (Trayvon Martin), der in ein bewachtes Wohngebiet eingedrungen war, zu erschießen. Wir könnten jetzt lange über „elitäre Wohnviertel“, „Rassismus“ und die US-Affinität zu Schusswaffen lamentieren aber damit würden wir uns nur wieder auf das flache Niveau von Trittin und Co. begeben. Schauen wir also etwas tiefer und stellen fest, dass der Jugendliche, dessen Tod von der afro-amerikanischen Community hier so betrauert wird, ein notorischer Straftäter war, der der örtlichen Polizei wohlbekannt war. Er griff, wenn man den wenigen Infos, die aus dem Prozess nach außen drangen, glauben darf, den Nachbarschaftswächter Zimmermann an, schlug ihn zu Boden, griff nach dessen Waffe und kann dabei wohl kaum gute Absichten gehabt haben. Aus Zimmermann´s Waffe löste sich ein Schuss, Trayvon Martin starb, der Riss durch die USA wird nun von „berufenen“ Menschen wie etwa Obama, Beyoncé oder diversen, schwarzen Pseudopriestern (-pfarrern) gewaltsam aufgerissen, damit sie so ihre eigenen Süppchen gemütlich weiterkochen können. Eine Schande, denn: George Zimmermann hingegen ist kein „Weißer“, wie die Medien uns im wahrsten Sinne des Wortes „WEISSmachen“ wollen, sondern ein Mann mit Latino-, Philippino- und afro-amerikanischem Hintergrund. Eine Mixtur, wie sie das neue, das „Obamerica“ gar nicht besser hätte hinbekommen können. Zimmerman, dessen ordnungsgemäß zustandegekommener Freispruch nun also den Furor der diversen Interessenvertreter hervorruft (haben die sich auch damals über den O.J. Simpson Prozess genauso aufgeregt ?) , hat Obama gewählt und für ihn Werbung gemacht, setzte sich für Menschen ein, die von Gewalt bedroht waren, unabhängig von Hautfarbe oder Herkunft und er betrieb weiterhin eine Versicherungsagentur in Florida gemeinsam mit einem afro-amerikanischen Kollegen. Unter anderen Umständen wäre er der ultimative Vorzeige-Obamerikaner gewesen. All dies aber verschweigen uns die Medien hüben wie drüben fast durchgehend. Zimmermann ist für sie und ihre platte Propaganda ein „Rassist“, der einen armen, schwarzen Jungen über den Haufen geschossen hat. Man hätte ihn „natürlich“ verurteilen müssen und sollte ihn am besten eben jetzt auf den Scheiterhaufen stellen und abfackeln. Ku-Klux-Klan in Schwarz diesmal. Obama lächelt und nickt milde zu alldem. Es ist eben die Katze, die er mit seinem Rassenwahlkampf aus dem Sack gelassen hat, die jetzt tollwütig tobend durch die US-Gesellschaft springt und tiefe Wunden aufreisst. Mit unabsehbaren Konsequenzen. Man kann nur erahnen, dass es keine guten sein werden.

Da ich mir aber nicht vorstellen kann, oder zumindest nicht vorstellen will, dass dies das „wahre“ Amerika mit seinem langen Kampf gegen den Rassismus, seiner freiheitlichen Tradition und seiner Ablehnung des „von oben Aufoktroyierens“ von Meinung ist, hoffe ich gegen jede Logik noch immer. Nein, dieser auf niedrigstem Niveau ausgefochtene „Gut-Böse“-Streit auf geistigem Kindergarten-Level erinnert mich vielmehr an das Europa unserer Tage, wo Argumente gegen Gefühle ausgetauscht werden und zumeist keine Chance haben, in konkrete Politik umgesetzt zu werden. Wir „fühlen“ einfach, was richtig ist und wählen dann auch dementsprechend. Das Postulat meiner Jugendjahre, nachdem man immer nur „das kleinere Übel“ wählen könne und somit in einer Demokratie zu massiven Kompromissen in seiner Wahlentscheidung gezwungen sei, haben wir nicht nur im Lande von Merkel, Roth, Westerwelle, Gysi und Gabriel wohl vergessen. Ich finds schade. Da könnte etwas verlorengegangen sein, das wir nie wieder zurückbekommen: politische Seriosität und Glaubwürdigkeit. Plausibilität politischer Entscheidungen und ihre Nachvollziehbarkeit. Alles das waren Grundlagen einer funktionierenden Demokratie.

Ihre

Kassandra Pugatshowa

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 18/07/2013 von in Politik_allgemein und getaggt mit , , .
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