Kassandrenrufe

"connecting the dots" – für mündige Bürger

europäische Gefühle

Liebe Leser, Sie kennen das ja schon von mir: gerne erzähle ich Ihnen Dinge aus meinem Leben und teile Gedanken und Gefühle mit Ihnen. Jetzt kann ich es ja offen sagen: Ja, ich mag Frauen-Fussball. Zumindest zugucken finde ich super und vor allem die deutsche Nationalmannschaft hats mir richtig angetan. Selbst die 2011er Pleite bei der WM im eigenen Land habe ich hautnah in den Medien und z. T. im Stadion miterlebt.

flagge-europaeische-union-euUnd dafür will und muss ich mich, entgegen vieler eher männlicher Meinungen, auch gar nicht rechtfertigen. Die Statistik spricht nämlich für sich. Die deutschen Damen haben insgesamt 9 große Titel (2 Weltmeisterschaften, 7 EMs) gewonnen, die Herren nur 6. Selbst, wenn man einrechnet, dass die Männer eine WM mehr gewonnen haben, ist das angesichts der Tatsache, dass es den Frauen-Fussball ja auch noch nicht so sonderlich lange gibt, schon eine sehr sehenswerte Bilanz der DFB-Damen. Darauf darf man stolz sein, darüber darf man sich freuen. Denn die Frauen-Nationalmannschaft ist ein sehr würdiger Repräsentant unseres Landes auf internationaler Ebene.

Und deshalb habe ich mich auch schon wieder auf die Europameisterschaft der Damen 2013 gefreut. Ein großes Turnier, diesmal in Schweden, mit Deutschland als Titelverteidiger und Mitfavoriten. Das ist doch mal was. Aber schon das erste Spiel hat mir die Sprache verschlagen. Nicht etwa, weil die unfreiwillig stark verjüngte DFB-Auswahl sich mit Außenseiter Niederlande so schwer tat, sondern weil die Schiedsrichterleistung so unsäglich unterirdisch und „einseitig“ war, dass selbst der Kommentator eines Sportkanals (ich denke es war Siggi Heinrich, habs aber vergessen) seine Überraschung und seinen Ärger nicht mehr ganz verbergen konnte. Diese Dame aus Italien als „Unparteiische“ zu bezeichnen, wäre eine Farce. Ebenso wie deren Leistung auf dem Platz.

Ich gebe es zu: ich bin eigentlich kein Fan der Schiri-Schelte. Das gerade in mediterranen Ländern so beliebte und weit verbreitete Schiedrichter-Bashing dient dort z. Bsp. meist nur dem Kaschieren schlechter Leistungen der eigenen Mannschaft oder der Trauer darüber, dass der Heimvorteil mal wieder den Referee nicht dazu gebracht hat, dem eigenen Team alles durchgehen zu lassen. Was aber Referine Silvia Spinelli aus Italien am 11. Juli 2013 da in Växiö auf den Platz brachte, habe ich selbst in mehr als 20 Jahren intensiver Fussball-Beobachtung noch nicht gesehen.

Eigentlich hatte ich nach drei Spielen den Eindruck, die UEFA hätte ihren Schwarzkitteln (eigentlich Gelbkittel, aber wir wollen mal nicht pingelig sein) eine „harte“ Linie anempfohlen. Zum Schutze der Athletinnen sollte wohl etwas konsequenter gepfiffen werden, so sah es aus. Zumindest bis zum Spiel unserer Mädels gegen die giftigen, bissigen Holländerinnen. Nun haben ja deutsch-holländische Fussball-Rivalitäten ihre Tradition und so konnte man wohl auch kaum einen nachbarschaftlich-freundlichen Sommerkick erwarten. Die vermeintlich spielerisch unterlegenen Holländerinnen brachten dann auch von Anfang an aufs Spielfeld, was sie parat hatten: Kampf- und Laufbereitschaft, Zweikampfhärte jenseits von gut und böse sowie diverse Nickeligkeiten wie „Festhalten“, „Ellbogenchecks“ und sonstige Eishockey- und Wrestling – Moves.

Frau Spinelli fand daran solange nichts auszusetzen, bis die deutschen Damen anfingen, Feuer mit Feuer zu bekämpfen und selbst mit dem „Trikotziehen“ etc. beginnen wollten. Da gab es dann plötzlich gelbe Karten, Freistöße und so weiter. Natürlich wurden ausschließlich Damen mit dem weißen Trikot bestraft. Ich habe während des gesamten Spieles sage und schreibe VIER Gelegenheiten gezählt, bei denen es sehr wohl hätte einen Strafstoß FÜR Deutschland geben können. Eine davon in der ersten Halbzeit war sogar unstrittig. Die ballführende Spielerin wurde im Strafraum umgerempelt. Frau Spinelli gab Abstoß vom Tor. Danach machte ich mir die Mühe, ein paar Notizen zum Spiel anzufertigen, will Sie, liebe Leser, aber nicht weiter langweilen und nur zwei weitere Beobachtungen anführen, um meine These von der ganz offensichtlich „gebrieften“ Schiedsrichterin zu untermauern:

  • In der 58. Minute wird die deutsche Spielerin Simone Laudehr im holländischen Strafraum gebodycheckt. Sie war erst zur zweiten Halbzeit eingewechselt worden, weil ihre Vorgängerin, Nadine Kessler, nach einer umstrittenen gelben Karte nun kurz vor dem Platzverweis stand. Die Schiedsrichterin gibt, statt Frau Laudehr einen Strafstoß zuzugestehen, einen Freistoß für Holland. Die deutsche Nationaltrainerin Silvia Neid, deren „coolness“ sonst berüchtigt ist, zeigt sich aufgeregt, ja empört.
  • In der 83. Minute gibt es das Handspiel einer Holländerin im eigenen Strafraum. Die Schiedrichterin gibt nur einen Eckball für Deutschland.

Es gab noch viel mehr ähnlicher Dinge, wie Freistöße für Holland nach Hand- und Foulspiel von orange-gewandeten Fussballerinnen, aber das spielt nur eine Nebenrolle. Am Ende sind drei deutsche Spielerinnen mit „gelb“ vorbelastet und das Foul-Verhältnis liegt bei 20:10 gegen Deutschland. Ein Skandal reinsten Wassers. Der DFB hätte gegen die Wertung dieses Spieles Protest einlegen MÜSSEN ! Aber wir Deutschen sind ja gutmütig, sogar „großzügig“. Mit uns kann mans ja machen und deshalb macht „man“ es auch so gerne und oft mit uns. Wir beklagen lieber, dass wir das Spiel nicht gewonnen haben. Gegen die Mitte der zweiten Halbzeit nämlich wirkte unser Team sogar weitgehend hilflos, desorientiert und Holland hätte in dieser Phase gar den Siegtreffer schießen können.

COdMWie die deutsche Sturmspitze Celia Okoyino da Mbabi nach dem Spiel treffend feststellte, wäre die „Ängstlichkeit“ im Team während des Spiels immer größer geworden. Kein Wunder, wenn man bei wirklich JEDEM Zweikampf mit Sicherheit damit rechnen muss, einen Freistoß gegen sich gepfiffen zu bekommen. Kurz: Frau Spinelli hat unsere Damen wehrlos gemacht und ihnen das Rückgrat gebrochen. Die Holländerinnen hätten fast noch davon profitiert. Mehr jedenfalls, als nur einen (unverdienten) Punkt mitzunehmen.

Noch während des Spiels schoss mir blitzartig der Satz durch den Kopf: „Na, Super. Die UEFA spielt 2013 mal wieder `alle gegen Deutschland´ !“ Nun, die Bürde des Titelverteidigers in allen Ehren. Aber was sich da am 11. Juli 2013 in Växiö auf dem Feld abspielte, spottete der Beschreibung. Und da wollen die EUdSSR-Apologeten, dass wir Deutschen „europäisch fühlen“. Den Euro retten, die UEFA finanzieren, demokratisch nicht kontrollierten EU-Institutionen immer mehr Rechte über unsere Lebensgestaltung, unsere Wirtschaft, unsere Politik und unsere Zukunft zugestehen. Wenn selbst bis in den „Mikrokosmos“ des Fussballs hinein das „alle-gegen-Deutschland“-Prinzip greift, sinkt zumindest bei mir als unvoreingenommenem Beobachter die Lust, weitere Großbanken auf Zypern zu retten, Baukonzerne in Spanien über Wasser zu halten (die dann auch noch mit deutschen Subventionsgeldern deutsche Konkurrenten aufkaufen, ohne wirklich liquide zu sein), einer ESM-Krake unbegrenzten Zugriff auf deutsche Steuergelder zuzugestehen oder die „europäische Integration“ weiter zu fördern. Denn dahinter versteckt sich nur ein weiteres Mal der „alle kümmern sich um ihre Eigeninteressen, außer Deutschland“ – Modus.

Nein, „europäische Gefühle“ kommen bei mir derzeit nicht auf, selbst wenn ich auch die Spiele unserer Mädels weiter verfolgen werde und hoffe, dass manche Schiedsrichterin noch so etwas wie ein „Arbeitsethos“ mit auf den Platz bringt und sich den Hinterzimmer-Anweisungen der UEFA, die Deutschen aus dem Turnier zu kegeln, widersetzt. Das kriegen die Damen nämlich notfalls auch alleine hin, denn die Zeiten der „Sieger-Generation“ von Inka Grings, Kerstin Garefrekes oder Birgit Prinz sind vorbei. Das mag man betrauern, aber Generationenwechsel gehören (nicht nur) im Sport nunmal dazu. Diese können auch nicht immer reibungslos ablaufen. Aber „verarschen lassen“ muss sich Silvia Neids hochtalentierter „Kindergarten“ eben auch nicht. Jedenfalls nicht kommentar- und kritiklos.

In diesem Zusammenhang sei dem Kommentator von „Eurosport“ gedankt, der sich ganz eindeutig zu den Vorfällen äußerte und das Verhalten der Schiedsrichterin zumindest während der ersten Halbzeit mit den notwendigen Attributen „unverständlich“ und „nicht nachvollziehbar“ versah. Zur Halbzeit hatte er offensichtlich von einem political-correctness-Kommissar aus Paris (Zentrale von Eurosport) einen Anruf bekommen, weshalb seine Anmerkungen zum unheilvollen „Wirken“ der Frau Spinelli deutlich seltener erfolgten. Immerhin nannte er ihre Entscheidungen gegen Ende der Übertragung noch einmal „kurios“, was einer glatten Untertreibung gleichkommt. Gut, dass ich mir die zeitgleiche Übertragung im Volkserziehungs- und Demokratieabgabe-Sender ZDF gleich ganz erspart habe. Die butterweichen oder sogar latent frauenfeindlichen Kommentare einiger der Sport-„Koryphäen“ vom Lerchenberg wollte ich mir nämlich gar nicht erst antun. Die fanden sicher die Schiri-Leistung, ganz im Sinne von „wer meckert, hat Unrecht“, völlig in Ordnung. Man darf („gerade wir Deutschen mit unserer Geschichte…“) ja konfliktträchtige Fakten nicht mehr benennen…denn das ist ja so „ewiggestrig“ und „populistisch“…

In diesem Sinne: lassen wir uns also weiter verschaukeln. Beim Fussball, beim Euro, bei Wahlen etc. Wer seine Interessen nicht definieren, nicht benennen kann, wird auch nichts zu ihrer Wahrung unternehmen. Nicht der DFB, nicht die Bundesregierung oder die Presse. Schaukeln wir uns weiter in den Schlaf der Entrechteten hinein. Lieb Vaterland, magst ruhig sein, es steht uns treu … ähhhh da steht ja niemand mehr.

Ihre

Kassandra Pugatshowa

P.S.: Ein Bekannter sagte gerade zu mir, ob ich wohl mit diesem Artikel Wahlwerbung für eine bestimmte, gerade erst gegründete Partei machen wolle. Nein. Ich mache immer nur Werbung dafür, sich das Denken, das „connecting of the dots“ nicht vom ZDF, der Süddeutschen Zeitung, dem EKD-Pfarrer oder dem Grünen Wahlkreisabgeordneten abnehmen zu lassen. Denkt selbst, handelt konkret und lasst euch das „schwarz-rot-gold“ nicht kaputtmachen !

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Ein Kommentar zu “europäische Gefühle

  1. Kassandra Pugatshowa
    12/07/2013

    Sie werden es gemerkt haben, als ich den obigen Beitrag verfasste, war ich noch unter dem Eindruck einer Spielmanipulation, wie ich sie noch nie zuvor gesehen hatte. Dass jedoch sogar die Bundestrainerin Silvia Neid nach dem Match davon sprach, dass „zwei Elfmeter“ für Deutschland hätten gegeben werden MÜSSEN, bestätigt irgendwie meine Position. Wann in den letzten Jahren hat ein DFB-Repräsentant denn schon so offen die UEFA-Spielmanipulationen benannt ? Allerdings muss ich auch zugeben, dass Deutschland in diesem Jahr bereits von der Fehlentscheidung eines Schiedrichters profitiert hat. Der Elfmeter, der dem VfL Wolfsburg die Champions Leauge 2013 der Damen einbrachte, war ein schlechter Witz. Auch wenn der Referee damals die Partie ansonsten nicht wirklich „verpfiffen“ hat, so wie Frau Spinelli das Länderspiel am 11. Juli 2013.
    Nebenbei: das „alle gegen Deutschland“-Spiel kennen wird doch seit 1914 nur zu gut. Geht bis heute weiter und nennt sich jetzt „EU“. Hieß am Anfang Erster Weltkrieg. Nicht umsonst reden manche Politiker im Ausland von den diversen Euro-Rettungen und Verträgen als „Versailles ohne Krieg“. Darf man aber in Deutschland nicht offen ansprechen, sonst ist man ja „nicht hilfreich“, „populistisch“ und bei den geistig ärmeren, linken Aktivisten: „ein Nazi“.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am 12/07/2013 von in Sport und Gesellschaft und getaggt mit , , .
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